Aufruf an die Behörden und Politiker Österreichs!
MACHEN WIR GEMEINSAM EIN MUSTERBORDELL
Mit einem sehr ungewöhnlichen Vorschlag wendet sich ein Betreiber an die Redaktion in einem Leserbrief.
Liebe Redaktion der sexworkernews.
Ich finde erstmal die neu gemachte Online Zeitung wirklich sinnvoll und toll - Gratulation - gleichzeitig wende ich mich nun an euch mit einem Vorschlag.
MACHEN WIR GEMEINSAM EIN MUSTERBORDELL
Ich lade Behörden, Sexworkerinnen, und Interessierte ein, gemeinsam ein
Musterbordell zu gestalten. Alle beteiligten Behörden, wie Gesundheitsamt, Finanzamt, Sittenpolizei, Bezirksvertretung und Politik, sowie die Vertretungen der Sexworker, und aktive Sexarbeiterinnen sind eingeladen an diesem Projekt mitzuarbeiten und wir werden die gemeinsam erarbeiteten Vorgaben dann umsetzen und zwar unter behördlicher und gremiumsinterner Kontrolle in Form eines Musterbordellbetriebes. Wenn dies geschafft werden könnte wäre das der Anfang für ein Neues Prostitutionsgesetz zumindest in Wien.
1.) Die erste Runde stelle ich mir so vor:
Ein Treffen, an dem alle oben Genannten ohne Vorurteile an einem Tisch sitzen und ein Modell entwerfen, mit dem ALLE leben können. Es sollte von behördlicher Sicht ein Standard definiert werden in dessen Rahmen der Betrieb eines Bordells ohne Komplikationen möglich ist.
Gesundheitsamt: Vorgaben und regelmäßige Kontrollen auch der Betriebe
Finanzamt: Steuer nach dem Düsseldorfer Modell im Abzugsverfahren
Sittenpolizei: Vorgabe der sittenpolizeilichen Vorstellungen
Bezirksvertretung: Vorstellungen und Vorgaben der Bezirke.
Baupolizei: rechtliche Baupolizeiliche Bestimmungen
Politik: klares Bekenntnis zur legalisierung der Prostitution sowie
schaffung der Rahmenbedingungen in politischer Hinsicht.
Vertretung der Sexworker: Definition der Rahmenbedingungen aus Sicht
der Sexworker
Aktive Sexworkerinnen: Äußerung der eigenen Wünsche und Vorstellungen.
Betreiber: Äußerung der eigenen Wünsche und Vorstellungen.
2.) Wenn es gelingt mit allen Beteiligten ein Modell zu entwerfen in dem der legale und anerkannte Betrieb eines Bordells/Etablissements möglich ist, kann man dies in Zukunft per Erlaß oder Gesetz vorschreiben und im Rahmen von behördlichen Kontrollen im Beisen aller Beteiligten durchführen und sogenannte zertifizierte bzw genehmigte Bordelle errichten bzw anpassen. Den bisherigen Bordellen müsste man mittels einer Übergangsfrist von 6-8 Monaten ermöglichen sich dem Zertifizierungsstandard anzupassen.
3.) Die Vorteile:
Prostitution ist nicht abzuschaffen, das müssen sich alle eingestehen, setzt man Prostituierte und die Betriebe unter Druck flüchtet sich die Szene in die Anonymität. Man kann Prostitution aber sehr wohl zu menschenwürdigen und guten Bedingungen zulassen.
Vorteile der Behörden: Vorgegebene Richtlinien für Kontrolle und ein Kodex zur Einhaltung der Vorschriften
Finanzamt: Steuerzahlungen aus der Prostitution
Gesundheitsamt: Einhaltung der regelmäßigen Kontrollen und Verpflichtung zu diesen auch der Betriebsstätten.
Bezirksvertretungen: Akzeptanz von Prostitution sowie Zusammenarbeit und Dialog statt Menschhatz und drängen in die Kriminalität sowie Vertreibungsaktionen etc….
Sittenpolizei: Klare Richtlinien für Kontrolle und Strafen bei Nichteinhaltung
Betreiber: Rechtsicherheit und bewegen in einem vorgegebenen legalen
Rahmen Sexarbeiterinnen: Arbeit in guten Rahmenbedingungen und rechtsicherheit Vertretung der Sexworker: Eigenkontrolle und Mitsprache in Zertifizierungsfragen
4.) Weiteres:
Monatliche Zusammenkünfte von allen beteiligten Vertretern und regelmäßiger Dialog sowie Gespräche VOR behördlicher Zwangsgewalt.
Allen wäre geholfen, viele wären zufrieden….
Wenn wir gemeinsam das schaffen - haben wir erreicht, dass Prostituierte und Behörden zusammen mit Vertretungen, Politik und Betreibern in Form des Dialoges ein Modell umsetzen in dem Prostitution menschenwürdig und in einem Konsens ablaufen kann.
Wir sind bereit dazu: Behörden, Politik und Polizei auch?
Anmerkung der Sexworker Zeitung Redaktion: Der Vorschlag ist ungewöhnlich, aber doch irgendwie reizvoll….. wir wären gerne bereit hier als Vermittler aufzutreten
Diskussion zu diesem Thema bitte unter
http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=19157#19157
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