Prostitution gibt es einfach - Schloss Nidau CH
Der Nidauer Regierungsstatthalter Werner Könitzer beschreitet neue Wege im Umgang mit Kontaktbars
Heuchelei und Doppelmoral sind Werner Könitzer ein Dorn im Auge. Deshalb hat er den Bordellbetrieb im Nidauer Hotel Schloss mittels vertraglicher Auflagen auf eine legale Basis gestellt. Wenn sich das Modell bewährt, könnte es dereinst landesweit Schule machen.
Das Hotel Schloss ist nur einen Steinwurf von Werner Könitzers Arbeitsplatz im Schloss Nidau entfernt. Und doch liegen Welten zwischen «Schloss» und Schloss: hier der gepflegte Amtssitz des Regierungsstatthalters, der Bewilligungen erteilt und über die Einhaltung der Gesetze wacht – dort der verwitterte Hotelbau, der seit Jahren zu den etablierten Adressen im Rotlichtmilieu des Seelandes zählt.
1999 wurde das «Schloss» erstmals als Kontaktbar eröffnet. Das sind jene Lokale, in denen ausländische Prostituierte mit Touristenstatus ihrem Beruf nachgehen, wobei der Betreiber dank überhöhten Preisen für Zimmer, Verpflegung und Getränke sowie weiteren Abgaben kräftig mitverdient. Drei grosse und etliche kleinere Razzien hat das «Schloss» seither erlebt, mehrmals musste Könitzer den Betrieb schliessen. Die Polizei griff Dutzende von Frauen ohne Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung auf und schaffte sie ausser Landes, während die Betreiber unter anderem wegen Menschenhandels und Förderung der Prostitution angezeigt wurden.
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