Gries: Nordtiroler möchte Bordell am Brenner
In Südtirol ist Prostitution streng verboten. Deshalb will ein Nordtiroler jetzt auf österreichischer Brennerseite ein Freudenhaus eröffnen.
Schon bald sollen Prostituierte an der Brennergrenze ihre Dienste anbieten.
Nicht zum ersten Mal versucht nun ein Nordtiroler auf der österreichischen Brennerseite ein Bordell knapp vor der Grenze zu errichten. Stünden doch die Voraussetzungen für die Bettenauslastung aufgrund des umfassenden Südtiroler Prostitutionsverbotes wahrscheinlich nicht schlecht.
Rotlicht ausgeknipst
Alle bisherigen Anläufe scheiterten aber kläglich: Sei es, dass es für ein offizielles Bordell schon einmal keine Zustimmung gegeben hatte, oder dass so genannte Massagesalons bald von der Sittenpolizei als illegale Bordells enttarnt wurden. Hinter der Hand wurde dann stets politischer Druck aus Südtirol für die auffallend rigorose Haltung an der Brennergrenze verantwortlich gemacht. Nichtsdestotrotz flatterte letzte Woche ein verbindlicher Antrag auf Errichtung eines Freudenhauses auf den Tisch von Wilhelm Schöpfer, Bürgermeister von Gries am Brenner.
Darin beantragt ein Nordtiroler die Genehmigung eines offiziellen Bordells nach dem Landespolizeigesetz im Haus Gries am Brenner Nr. 249.
Das Objekt der Begierde liegt knapp vor dem Grenzübergang, direkt gegenüber der Grenztankstelle, und soll sich in baulicher Nachbarschaft zu einem bereits bestehenden Striptease-Lokal befinden.
Bürgermeister Schöpfer bestätigte gegenüber der TT die Antragseinbringung: “Der Antrag liegt zur Überprüfung auf meinem Tisch. Jetzt habe ich als Bürgermeister eine Bedarfsprüfung durchzuführen, die dann vom Gemeindevorstand und der Landesregierung abzusegnen ist”, beschrieb Schöpfer und verhehlte nicht, dass eine derartige Prüfung vor gut zehn Jahren schon einmal negativ ausgegangen war und die Grieser Entscheidung auch höchstgerichtlich bestätigt wurde.
Reiner Inländerbedarf
“Entscheidend für solch eine Bedarfsprüfung ist nämlich nur der Nordtiroler Raum und nicht etwa die Situation am nur Meter entfernten Lkw-Parkplatz auf Südtiroler Seite”, erklärte Schöpfer und spielte dabei vielleicht auf Fernfahrernöte an. Einen Vorteil für seine Gemeinde kann der lang gediente Bürgermeister aufgrund einer Bordellgenehmigung indes nicht erblicken: “Nach Wegfall der Getränkesteuer ist ein solches Etablissement für einen Ort nicht sonderlich lukrativ”, bewertete Schöpfer abschließend den pikanten Antrag.
Von Reinhard Fellner
16.07.2007
http://www.tirol.com/chronik/oberland/65627/index.do
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