kritischer Artikel aus der taz über die Situation in Berlin
Stress im Kiez
Der Kiez rund um den U-Bahnhof Kurfürstenstraße ist in Aufruhr. Im letzten halben Jahr tauchen an der Grenze zwischen Tiergarten und Schöneberg vermehrt Prostituierte aus Bulgarien, Rumänien, Ungarn auf. Prostitution gibt es schon lange im Kiez. Aber das, was die Anwohner und Gewerbetreibende jetzt erleben, überbietet alles Dagewesene. Auch die alteingessenen Huren bekommen das aggressive Auftreten der osteuropäischen Frauen und ihrer Zuhälter zu spüren. Verschärft wird die Situation dadurch, dass der Betreiber des Sexkaufhauses an der Kurfürstenstraße nun auch noch ein Bordell mit 40 Zimmern eröffnen will. Eine Diskussion mit Anwohnern, Politik und Polizei findet am Donnerstag um 19 Uhr im “Pallast” an der Pallasstraße Ecke Potsdamer Straße statt.
Dazu schreibt die TAZ
Grenzverkehr auf der Potse
Prostitution sind die Anwohner der Potsdamer Straße gewohnt. Doch aggressiv anschaffende Frauen und ihre Zuhälter verschlechtern das Klima im Kiez. Nun ist auch noch ein großes Bordell geplant
“Die sollen bloß weg”, sagt der Kebab-Imbiss-Besitzer unweit des U-Bahnhofs Kurfürstenstraße. Er meint die osteuropäischen Straßenprostituierten vor dem dortigen Sexkaufhaus LSD. “Ich will die nicht mehr sehen”, sagt auch der Mann von der Eisdiele daneben. Ein Bistro weiter ist die Stimmung nicht besser: “Wir sind absolut dagegen.” Der Wirt beschreibt, wie sich Frauen vor dem Sexkaufhaus auf ihn gestürzt haben, als er an der Ampel wartete: “10 Euro, sagt sie und will mich ins LSD ziehen.” Prostitution, das kenne man auf der Potsdamer Straße, damit habe man sich arrangiert, aber zu viel sei zu viel.
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