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Kiez wehrt sich gegen die Prostitution - welt.de

Ein an der Kurfürstenstraße geplantes Großbordell empört die Anwohner. Sie klagen darüber, dass durch die neue aggressive Straßenprostitution das ohnehin kritische Gebiet gekippt sei. Selbst die “alteingesessenen” Huren ärgern sich über das neue Geschäftsgebaren ihrer Konkurrenz.


Auch die “alteingesessenen” Huren ärgern sich über das neue Geschäftsgebaren ihrer Konkurrenz: “Die machen alles für ‘nen Zehner und ohne Gummi”

Kurzer Rock, rote Stiefel, suchender Blick – das Geschäft läuft an diesem Tag nicht gut. Die Prostituierten vor dem Erotik Kaufhaus LSD (Love, Sex, Dreams), das rund um die Uhr geöffnet hat, zeigen sich umso beharrlicher. Im Kiez sind sie nicht gelitten. Anwohner, Gewerbetreibende, Erzieherinnen und junge Familien mit Kindern klagen darüber, dass durch die neue aggressive Straßenprostitution das ohnehin durch Straßenstrich und Drogenszene belastete Gebiet gekippt sei.

Die Frauen aus Osteuropa würden noch nicht einmal davor zurückschrecken, die Männer anzusprechen, die nur mal schnell einen Drink im Café nehmen. Auch Handgreiflichkeiten seien an der Tagesordnung. Andreas Fuhr, Vater von vier Kindern im Alter zwischen drei und elf Jahren und Pfarrer der nahen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde, sagt, die Stimmung sei aufgeheizt: „Wir hatten hier im Bereich Froben-, Kurfürstenstraße und Genthiner Straße eine eher unauffällige Prostitution von zumeist Drogenabhängigen und haben mit dem Straßenstrich gelebt. Unsere Kinder hatten nie schlechte Erfahrungen damit gemacht, aber jetzt sind Rumgebrülle und Geschlechtsverkehr auf der Straße keine Seltenheit mehr.“ Auch die Erzieherinnen aus dem „Haus der Kinder“ an der Kurmärkischen Straße 2–8 haben die Veränderung längst zu spüren bekommen. Es gebe viel mehr Frauen, die sich prostituieren, als noch vor wenigen Monaten, sie seien auch auffälliger gekleidet als Huren vom Straßenstrich um die Ecke in der Frobenstraße oder die weiter entfernt auf der Kurfürstenstraße.

Auch die „alteingesessenen“ Huren ärgern sich über das neue Geschäftsgebaren ihrer Konkurrenz: „Die machen alles für ‘nen Zehner, ohne Gummi, manche gehen mit den Männern dazu ins LSD-Haus, bei uns hält keiner mehr an. Und wenn, handeln uns die Freier runter, denn wir nehmen ab 25 Euro“, so eine Prostituierte, die an der Frobenstraße mit zwei weiteren Frauen auf Kunden wartet. Sie sind unauffällig gekleidet. Dass sie ihre Haut zu Markte tragen, merkt man auf den ersten Blick nur daran, dass sie wartend am Bordstein stehen.

Anwohner haben 2400 Unterschriften gesammelt
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taz: Massenprostitution in Schöneberg unerwünscht

Der Schöneberger Bezirksbürgermeister will das Großbordell auf der Potsdamer Straße verhindern. Bei einer Kiezversammlung klagten AnwohnerInnen bereits jetzt über Lärm und aggressive Anmache durch Prostituierte.
VON PLUTONIA PLARRE
Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg wird keine Genehmigung für ein Großbordell an der Potsdamer Straße Ecke Kurfürstenstraße erteilen. Das kündigte Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) am Donnerstagabend auf einer Bürgerveranstaltung an. Der [...]

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