D - Berlin - Großbordell Kurfürstenstraße: Entscheidung in vier Wochen
Die Ablehnung für das geplante Laufhaus an der Kurfürstenstraße wächst. Auch Mittes Bürgermeister befürchtet negative Auswirkungen, besonders auf das Gewerbeumfeld am Potsdamer Platz. Er präferiert Wohnungsbordelle, die besser kontrollierbar seien.
Bernd Krömer (CDU), Baustadtrat in Tempelhof-Schöneberg, prüft mit seiner Abteilung den Bauantrag für das geplante Großbordell an der Kurfürstenstraße Ecke Potsdamer Straße. Er rechne damit, in spätestens vier Wochen über eine Genehmigung oder Ablehnung zu entscheiden, sagte er am Dienstag. Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) initiiert derweil einen Runden Tisch, an dem neben Anwohnern, Gewerbetreibenden und Verwaltungen auch die Polizei vertreten sein wird. Der erste Treff im Rathaus Schöneberg ist für den 2. November vorgesehen.
Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) will mit dem Nachbarbezirk an einem Strang ziehen und spricht sich ebenfalls gegen ein geplantes Laufhaus am Brennpunkt Potsdamer Straße/Kurfürstenstraße aus: „Wir müssen alles versuchen, das Bordell zu verhindern. Auch wenn es keine schnelle Lösung geben sollte, werden wir mittelfristig dafür sorgen, dass man wieder friedlich im Wohngebiet leben kann. Die Polizei wird dabei eine nicht unwesentliche Rolle spielen“, kündigte Hanke an. Im Gegensatz zur Straßenstrich-Szene an der Oranienburger Straße, wo es kaum Beschwerden gebe, lägen auch in Mitte zig Klagen von Anwohnern über eine ausufernde Aggressivität im Prostitutionsmilieu vor, berichtet er weiter. Hanke glaubt nicht daran, dass die Prostituierten durch ein neues Bordell von der Straße kommen: „Dort würde sich eine neue Zuhälterszene aus Osteuropa etablieren, die deutlich aggressiver vorgehen wird als die vorhandene.“
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