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D Berlin Anwohner kämpfen gegen die Prostitution

Rund um die Kurfürstenstraße in Berliner Bezirk Schöneberg nimmt der Straßenstrich zu. Prostituierte und Zuhälter bedrängen an der Passanten und Anwohner rund um die Uhr. Das Rotlicht-Milieu tritt im Schöneberger Kiez unverfroren und aggressiv auf.

Während morgens gegen neun Uhr die ersten Reisebusse am Potsdamer Platz eintrudeln und Schülerklassen gelangweilt unterm Dach des Sony Center Berlin neue Architektur anschauen, herrscht nur anderthalb Kilometer entfernt an der Potsdamer Straße bereits geschäftiges Treiben. „Komm Junge – ich mach’s dir“, heißt es da schon frühmorgens, wenn die aufgetakelten Prostituierten vor dem Sex-Kaufhaus „LSD“ auf Kundenfang gehen.

Die Huren lassen nicht viel Zeit verstreichen. Ein kurzer Blick, zwei Schritte, drei Worte, und oft ist das nur wenige Minuten dauernde Techtelmechtel anberaumt. Passanten werden am Ärmel gezupft, untergehakt und manchmal auch brüsk zur Seite gedrängt.

Das Rotlicht-Milieu tritt im Kiez unverfroren und aggressiv auf. Geschäftsleute befürchten Schutzgelderpressungen. Anwohner warnen vor Kinderprostitution. Seit etwa einem halben Jahr hat sich die Lage dramatisch zugespitzt: Bewohner klagen, dass immer mehr Familien wegzögen. Geschäftsleute fürchten, dass der Kiez kippt und das Rotlicht-Milieu die Oberhand gewinnt. Ein geplantes Großbordell über drei Etagen im ehemaligen Wegert-Haus sorgt für Aufregung. Das Bauamt Tempelhof-Schöneberg prüft derzeit den Bauantrag.

„Kein Puff im Kiez“

Fred Eichhorn, Inhaber des nur einen Steinwurf entfernten legendären „Puschel’s Pub“, fordert – wie viele andere auch – das Bordell nicht zuzulassen. „Ein Puff würde das endgültige Aus für das Gleichgewicht im Kiez bedeuten“, so der Wirt, der 25 Jahre dort lebt. Wie immer an diesen sonnigen Herbsttagen stellt Eichhorn auch heute Stühle und Tische vor seine Kneipe. „Noch geht das, aber wer weiß wie lange noch. Immer wieder probieren die Zuhälter, hier sesshaft zu werden“, klagt der Wirt. Schon mehrfach musste er vom Hausrecht Gebrauch machen. Die Huren seien so dreist, dass sie sogar seine „Terrassengäste“ anmachten.

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