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Kein Konsens über schwedisches Modell in Luxemburg

Über die Prostitution ging es gestern im Rahmen einer Interpellation, die von den Grünen angefragt war.

Léon Marx

Man hoffe, dass rund um das schwedische Modell die richtige Debatte geführt werde, meinte Viviane Loschetter. Das Problem der Prostitution sei nämlich in erster Linie ein Männerproblem. Und genau deshalb würden ja auch bei den Sanktionen die Männer zur Verantwortung gezogen.

Dass die erzwungene Prostitution vom Gesetz sanktioniert werden muss, darüber waren sich alle Redner einig. Vorbei mit dem Konsens war es allerdings bei der freiwilligen, gewerbsmäßigen Prostitution.

Wie weit darf sich der Staat in das menschliche Zusammenleben einmischen? Ziel der Politik kann es nicht sein, diese Menschen in die Illegalität zu treiben. Das schwedische Modell ist gefährlich für beide Seiten, weil es sie in den Untergrund drängt, erklärt Loschetter. Richtig sei allerdings, dass mit dem Modell der organisierte Frauenhandel zurückgedrängt wurde.


Die freiwillige Prostitution ist für Marie-Josée Frank (CSV) kein Thema. Sicherlich werde es nicht gelingen, diese Prostitution ganz abzuschaffen. „Aber wollen wir so weit gehen, sie als Beruf anzuerkennen?“, fragte sie. Und lieferte gleich auch die Antwort mit. Die Männer müssten aufgeklärt werden, um die Nachfrage gegen null zu bringen.

Alles, was nicht freiwillig passiert, muss unterbunden werden, fand auch Claude Meisch (DP). Auf der anderen Seite müsse die Politik diejenigen, die sich freiwillig prostituieren, aber auch schützen und ihre Arbeitsbedingungen verbessern. Bislang habe man aber keinen politischen Partner gefunden, der bereit gewesen wäre, die Prostitution zu gesetzlich zu regeln, bedauerte er.

Geregelte Prostitution in einem Eroscenter kann sich auch Lydie Err (LSAP) nicht vorstellen. Persönlich finde sie das schwedische Modell sympathisch, auch wenn sie sich keine Illusionen mache, dass man das Problem nicht mit dem Strafrecht lösen könne.
Für eine Legalisierung der freiwilligen Prostitution sprachen sich Robert Mehlen (ADR) und Aly Jaerling. Man solle sich darauf konzentrieren, die erzwungene Prostitution und den Frauenhandel zu sanktionieren, aber ansonsten keine Menschenrechte beschneiden, fand der unabhängige Abgeordnete, der gestern seine Rede mit der Aussage begann, es sei „gut, dass wenigstens auch ein Kunde zu Wort kommt“.

Familienministerin Marie-Josée Jacobs ruderte gestern etwas zurück. Sie hatte die Debatte ausgelöst mit ihrem Bekenntnis, das schwedische Modell zu favorisieren. Ihre Zweifel an diesem Modell seien mittlerweile aber gewachsen, so die Ministerin, die zu Anfang ihrer Karriere die CSV-Basis mit der Aussage erschüttert hatte, sie könne sich auch Eroscenter in Luxemburg vorstellen. Die Regularisierung komme für sie heute nicht mehr in Frage, so die Ministerin. Allerdings müsse man die soziale Absicherung der Prostituierten verbessern.

http://www.tageblatt.lu/edition/article.asp?ArticleId=7289

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