Sie sind verraten und verkauft - Mitternachtsmission informiert
Die Mitternachtsmission informiert über Menschenhandel und Zwangsprostitution in Deutschland
Wenn nach dem Skandal die Reporter kommen, haben es manche Nachbarn ja schon immer geahnt. Alexandra Gutmann von der Mitternachtsmission mahnte, vorher hinzusehen und bei einem Verdacht die Polizei zu informieren. Denn Menschenhandel spiele sich oft in ganz normalen Wohnungen oder Hinterzimmern von Hotels ab.
ECHTERDINGEN - Sie bekämen eine Arbeit und könnten viel Geld verdienen, mit diesen und ähnlichen Versprechungen werden vielen Frauen aus Osteuropa von Freunden, Bekannten und Verwandten nach Deutschland gelockt. Doch statt als Kindermädchen, bei der Spargelernte oder Weinlese zu jobben, wartet auf die zumeist Arglosen die Zwangsprostitution. Den Frauen werden die Papiere weggenommen und sie stehen fortan unter permanenter Bewachung, freien Ausgang gibt es nicht. Sie, ihre Kinder und die Familie in der Heimat werden bedroht. Es gibt Vergewaltigung durch Zuhälter und Freier, Zwang zum ungeschützten Geschlechtsverkehr, psychische und physische Misshandlung bis hin zur schweren Körperverletzung.
Täter, das musste Gutmann erfahren, sind nicht nur Männer. Viele Zuhälter seien Frauen, oft frühere Opfer.
Die aktuellen Opfer kämen fast nur noch aus Osteuropa. Die EU-Osterweiterung mache die Einreise einfach, die Kosten sind niedrig. Die Frauen kämen aus allen Schichten, von der entführten Psychologin bis zum ehemaligen Straßenkind ohne soziales Umfeld reicht die Palette. Weil die Täter gut vernetzt sind, ist der Schutz von Frauen sehr schwierig, die Schutzwohnungen der Mitternachtsmission sind deshalb in ganz Baden-Württemberg verteilt.
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