ALICE SCHWARZER und die PROSTITUTION - eine Antwort
Jede Lüge braucht eine Skrupellose, die sie ausspricht
Alice Schwarzers ‚Antwort’: Eine Mischung aus primitivem Rassismus,
Prostituierten-Hatz und Freier-Phobie
von Gerhard Walentowitz
‚Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht’ - mit diesem Slogan wirbt BILD
auf öffentlichen Reklametafeln mit bzw. für Alice Schwarzer und umgekehrt. Bei dieser
Kombination haben sich die Richtigen gefunden: BILD lebt vom kommerzialisierten
Sex, Schwarzer von dessen Ächtung.
Zwölf Seiten ihres neuen Buches ‚Die Antwort’ widmet Deutschlands Staatsfeministin ihrer
erklärten Absicht, der „Ächtung der Prostitution“. Dabei konfrontiert sie die Leser/innen mit
„erschütternden Wahrheiten“, deren gemeinsamer Nenner bei genauem Hinsehen darin
besteht, dass sie sich als ihr genaues Gegenteil, nämlich schlicht als Unwahrheit erweisen.
Dafür einige Beispiele:
1. „90 Prozent aller Prostituierten haben laut UN-Studie Missbrauchserfahrungen“,
schreibt A. Schwarzer. Bei Prostituierten sei also die Zahl der als Kind missbrauchten
Frauen dreimal so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt (S. 132)
Anmerkung: Schwarzer verschweigt, um welche UN-Studie es sich dabei handelt. In der
wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema wird eine solche nicht erwähnt. Lediglich eine
Studie von Weißberg spricht von 90% Missbrauchsopfern unter Prostituierten. Die Studie
stammt allerdings aus dem Jahr 1985, ist nicht von der UN und bezieht sich nur auf Kanada.
Allgemein lässt sich sagen, dass Studien zu diesem Thema aus dem englischsprachigen
Raum meist auf kleinen und nicht repräsentativen Stichproben unter drogenabhängigen
Straßenprostituierten bzw. solchen Frauen beruhen, die Hilfseinrichtungen aufgesucht
haben, und deshalb nicht verallgemeinerbar sind. Selbst in den von erklärten
Prostitutionsskeptikern verfassten Studien wird eingeräumt, dass kein systematischer
Zusammenhang zwischen Gewalt bei Kindern/Jugendlichen und späterer Berufswahl besteht
(siehe: ‚Teilpopulationenerhebung bei Prostituierten’, im Auftrag des
Bundesfamilienministerium, S. 83).
















