Ein Bar-Betreiber aus Erstfeld und seine Geschäftspartnerin standen am Dienstag vor dem Landgericht Uri. Sie sollen Ausländerinnen den illegalen Aufenthalt erleichtert und sie der Prostitution zugeführt haben.
Die Urner Polizei hatte die einschlägige Bar in Erstfeld schon mehrmals kontrolliert. Dann fand im April 2004 eine Hausdurchsuchung statt. Was im Etablissement alles möglich war, förderte die Durchsuchung der Büroräumlichkeiten des Geschäftsführers zu Tage. In einem Ordner wurden «Menüvorschläge» der Bar gefunden. Auf der Karte waren gegen Entgelt gebotene Sexpraktiken aufgelistet.
Der 39-jährige Geschäftsführer und die 51-jährige Urnerin, auf die das Betriebspatent ausgestellt war, sollen den Ausländerinnen den illegalen Aufenthalt in der Schweiz erleichtert und sie ohne fremdenpolizeiliche Bewilligung beschäftigt haben.
Nur zu Besuch?
Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass die kontrollierten Damen der Prostitution nachgegangen sind. Diese hatten zwar beteuert, sei seien lediglich als Hotelgäste zu Besuch gewesen. Für den Staatsanwalt sprechen die Indizien aber klar gegen diese Version.
Der Staatsanwalt forderte für den Geschäftsführer eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 120 Franken sowie eine Busse von 1000 Franken. Für die Frau sieht er eine bedingte Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 130 Franken als angemessen. Zusätzlich sei eine Busse von 1000 Franken auszusprechen.
Zweimal Freispruch gefordert
Der Verteidiger der Frau forderte, die Angeklagte von Schuld und Strafe freizusprechen. Sie habe keine Zeit gehabt, sich um den Milieubetrieb zu kümmern. Daher hatte sie auch keine Kenntnisse über Geschäftsgang und die Angestellten. Vielmehr habe sie das Restaurant geführt, was sie zeitlich ausgefüllt habe.
Auch der Verteidiger des Geschäftsführers verlangte, seinen Mandanten freizusprechen. Für ihn sind die «Einzelbehauptungen der Staatsanwaltschaft zusammengeschustert». Vieles sei erfunden und konstruiert.
Das Urteil wird den Parteien in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt.
Markus Zwyssig
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