Halt die Goschen, du Hure!
In Karin Bergers und Andrea Brems Dokumentation “Am Anfang war ich sehr verliebt” berichten Frauen von Liebe, ihren Gewalterfahrungen und einem Neubeginn im Frauenhaus –
Buchtipp
“Fünfmal hat er mich geschlagen und mein Kind dazu. Einmal hat er zuerst mich erledigt, im Schlafzimmer, und dann ist er zu meinem Sohn ins Zimmer gelaufen, hat das Licht eingeschaltet und hat ihm Watschen gegeben. Dann hat er die Lampe genommen und auf seinem Kopf kaputt geschlagen. Und ich, ich weiß nicht, ich hab mich in so einer Panik gefühlt. Ich hab total Angst gehabt. Wenn ich nur gesehen habe, er ist ein bisschen nervös, hat mein ganzer Körper wie bei einer 70-jährigen Oma zu zittern begonnen. Ich hab nicht gewusst, werde ich heute schlafen, werde ich nicht schlafen, wie geht das überhaupt weiter? …
Letztes Mal … hat er mich im Auto geschlagen, er hat meinen Kopf an den Haaren runtergezogen und mir mit der rechten Hand mit der Faust zweimal voll ins Gesicht geschlagen. Ich hab gedacht, die Nase ist gebrochen, die Nase ist auf die Seite gestanden und die Augen haben überhaupt nicht gesehen, es war schwarz… Ich bin nie auf die Idee gekommen, zur Polizei zu gehen. Wäre ich gleich gegangen - ja. Aber am Anfang habe ich geglaubt, er wird sich beruhigen, es wird schon gehen.
Und dann hat er uns einmal um zwölf in der Nacht rausgeschmissen, meinen Sohn und mich, am 4. Oktober, mein Kind in der Unterhose und ich im Bademantel. Es war kalt, es hat geregnet, draußen war alles dreckig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon heimlich eine Tasche gepackt, mit einem Minimum an Kleidung darin. Die Tasche ist im Vorraum gehängt und ich habe mich getraut, sie mitzunehmen. Mit dem Fuß hat er mir noch nachgetreten.”
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