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Prostitution in Norwegen verboten - Freierbestrafung

Prostitution in Norwegen verboten - Ein ausradierter Strich - Seit dem 1. Januar ist der Kauf sexueller Dienste in Norwegen kriminalisiert - Freierbestrafung. Viele ausländische Prostituierte haben bereits das Land verlassen. Sinn und Zweck des Verbots aber bleiben zweifelhaft.

erschienen in der TAZ
VON REINHARD WOLFF

Ein Zeitungsreporter, der in der vergangenen Woche als vermeintlicher Interessent den Straßenstrich auf Oslos Karl-Johans-Gate testete, bekam 17 Angebote in einer Viertelstunde. Wenn er den Test in einigen Tagen wiederholt, dürften es bedeutend weniger sein. Am 1. Januar ist ein Verbot des Kaufs sexueller Dienste in Kraft getreten. Freier müssen dann mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr rechnen. Wenn sie erwischt werden. Viele Prostituierte haben bereits auf den nun vermutlich schrumpfenden Markt reagiert. “Es sieht so aus, als ob die Hälfte der osteuropäischen und nigerianischen Frauen das Land verlassen hat”, schätzt Olav Lægdene von der kirchlichen Stadtmission.

“Die meisten werden wohl erst einmal abwarten und schauen, wie das Gesetz sich auswirkt”, lautet die vorsichtigere Einschätzung von Bjørg Norli, Soziologin beim Pro-Sentret, dem nationalen Prostitutionsforschungs- und Hilfszentrum: “Die norwegischen Frauen rechnen damit, dass weniger ihr Kundenkreis ausbleiben wird, sondern mehr der der ausländischen Prostituierten.” Deren Zahl hatte sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt, sie prägen nun deutlich den offenen Straßenstrich vor allem in Oslo, und ihr Auftauchen in Norwegen hatte eine lange schwelende Verbotsdiskussion erst richtig entfacht.
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Leitbild der Primärprävention

Strukturelle Prävention ist erforderlich, weil die individuellen Verhaltensmöglichkeiten von Personen stets maßgeblich von ihren Lebensumständen geprägt sind. Der Abbau von gesellschaftlichen und umfeldbedingten Benachteiligungen von Sexarbeitern und Paysexkunden und die Förderung der Solidargemeinschaft und Emanzipation von SexdienstleisterInnen ebenso wie gesellschaftliche Akzeptanz und ein Coming-out von Sexworkern und Paysex-Kunden stehen somit im Zentrum der Präventionsarbeit.

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