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LAUFHAUS BOCHUM - Report einer SexarbeiterIn

Bericht einer SexarbeiterIn über das Laufhaus Bochum

Um ca. 18 Uhr komme ich in beim Laufhaus Bochum an. Betreiber A. ist anwesend und nimmt meine Personalien auf. Vor 2 Wochen war ich bereits einmal hier, im Rahmen der 15-Jahr-Feier von Madonna (www.madonna-ev.de). Im Forum habe ich euch bereits von meinem 1. Eindruck erzählt.

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum fragt mich: “Bist du privat hier oder von Madonna?” “Nein, ich bin nicht von Madonna, ich will hier arbeiten, ich bin zum Geldverdienen hier und will einen Bericht ins Sexworker-Forum stellen,” antworte ich. “Aha” sagt er desinteressiert. Meine positiven Eindrücke bei der Führung vom Laufhaus Bochum will ich gerne bestätigt sehen. Es wäre mir lieber gewesen als diesen Erfahrungsbericht zu schreiben, in dem ich meine ursprüngliche Meinung revidiere.

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum fordert zuerst 300,-€ Kaution. Das wusste ich bereits im Vorfeld. Er erzählt mir, während er meinen Ausweis kopiert und den Vertrag ausfüllt,

dass er bei seinen Landsmänninnen schon mal eine Ausnahme macht, die dürften die Kaution bei ihm abarbeiten.

Nachdem ich die Kaution bezahlt habe, will Betreiber A. vom Laufhaus Bochum die Miete für den ersten Tag. Ich frage, ob ich vollständig zahlen muss, schließlich ist es schon 18 Uhr, und die 99,- € sind der Preis für 24 Stunden. Ja, ich muss und dann bitte noch die 10,- € für das Frühstück.

Das Frühstück und alles andere Essen muss direkt neben dem Eingang eingenommen werden. Dort stehen 3 kleine Tische mit Stühlen.
Jeder Kunde, der das Haus betritt, kommt hier vorbei.

Das heißt, keine Intimsphäre während des Essens. Es ist verboten, anderswo im Haus zu essen. Genauso ist es verboten, den Zimmerschlüssel außer Haus zu nehmen, obwohl die Schränke nicht absperrbar sind und kein Tresor zur Aufbewahrung von Wertgegenständen oder Geld vorhanden ist.

Ich frage nach, wie denn der Lauf sei, und Betreiber A. vom Laufhaus Bochum erklärt mir hochzufrieden und stolz, wie unglaublich gut seine Zahlen seien, die Belegung des Hauses sei sehr gut, weit mehr als er erwartet habe. Hört sich gut an, ich hoffe, nicht nur die Zimmerbelegung ist gut, sondern auch der Kundenlauf!

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum zeigt mir mein Zimmer und die Raumpflegerin gibt mir Handtücher und Laken. Laken ist sehr nobel ausgedrückt für die 1×2 m- Tücher aus 100 %-igem Polyester. Wie fühlt sich das denn für meinen frischgeduschten Gast an?

Später erfahre ich, dass Duschen des Gastes wegen des hohen Handtuch- und Wasserverbrauches nicht erwünscht sei.

Handtücher bekomme ich nicht nach Bedarf, sondern abgezählt. Auf meine Nachfrage, wenn ich denn mehr bräuchte, Achselzucken der Raumpflegerin, und die Aussage, Handtücher gäbe es nur donnerstags.

Betreiber A. vom Laufhaus Bochum zeigt mir mein Zimmer und fragt, ob ich den Fernseher brauche, das wären dann noch mal 3,- € pro Tag. Verwundert sage ich nein, ich schaue eh kein TV. Auf dem Weg nach draußen deutet er auf die Lampe im Vorzimmer: “Und das Licht kostet 1,- € pro Tag. Willst du die haben? Sonst nehme ich sie ab.” Die Lampe ist nur mit Clip-Halterungen angebracht und kann mit einem Handgriff entfernt werden “Wie bitte? Licht kostet auch extra?”
Langsam reichts mir. “Ja, ok, die Lampe will ich bitte schon.” Zur objektiven Darstellung will ich anmerken, dass es im Vorzimmer, in dem man sich präsentiert sehr wohl Halogendeckenlampen gibt, die für eine ausreichend Beleuchtung sorgen. Als ich das feststelle, lasse ich das andere kostenpflichtige Licht entfernen.

Gestylt setze ich mich in den “Wintergarten”, naja, in die “Auslage” und warte ab.

Nach kurzer Zeit habe ich den 1.Kunden. Meine Laune hebt sich und wir einigen uns auf 80,- € (Im Laufhaus fangen die Preise bei 30 € an, gearbeitet wird mit Schutz). Er macht mir einige sehr nette Komplimente und die Welt ist für mich wieder in Ordnung. Während er duscht, nehme ich ein “Bettlaken” und stelle fest, dass es unangenehm riecht. Mein Gast fragt nach einem frischen Handtuch und ich antworte, nimm dir irgendeines, sind alle frisch, du bist der Erste hier. Er ruft zurück, die wären alle schmutzig. Das darf doch nicht wahr sein, denke ich als ich die Handtücher inspiziere.

Alle verfleckt, benutzt und wieder zusammengefaltet.

Ich biete meinem Gast meinen eigenen Bademantel an, den benutzen wir auch als Unterlage für meinen Liebesdienst. Danach gehe ich mit der Wäsche zu der Raumpflegerin und verlange frische Wäsche. Die Raumpflegerin verweigert es. Eine andere Dame, die hinter der Theke arbeitet, bekommt das mit und bringt mir später frische Wäsche.

Ich setze mich wieder auf den Barhocker in mein Schaufenster. Ein bisschen Urlaubsstimmung kommt in mir hoch. Die mediterrane, gepflegte Ausstattung, der überdachte Innenhof mit Sand und Liegestühlen, die Bar mit der Musik, braungebrannte, sehr junge, sehr hübsche, sehr nette Mädchen in Bikinis, Palmen, überwiegend ausländische Mitbürger ….. ich komme mir vor wie im Urlaub in der Türkei.

Es ist sehr viel Betrieb im Laufhaus Bochum. Ich schätze, dass an diesem Abend bis 2 Uhr ca. 200 bis 300 Männer an mir vorbei gehen. Es bleibt bei einem Kunden in der Zeit von 19 Uhr bis 2 Uhr. Bei den anderen Damen sieht es nicht besser aus. Meine Urlaubsstimmung ist völlig verflogen, denn je später es wird, umso unverschämter werden die Gäste.

Ein Mann steht stundenlang ein paar Meter vor meinem Fenster und starrt mich ununterbrochen an. Es kommen junge ausländische Mitbürger (18 - 22 Jahre alt) in Gruppen von 5 bis 10 Personen, lachen lauthals, ziehen ihre Runden, mehrere Male laufen sie an allen Mädchen vorbei.
Asiatische Geschäftsmänner in Anzug und Krawatte, mit Handy am Ohr und Aktentasche grinsen mich strahlend an, in jeder der vielen Runden, die sie drehen.
Dann gibt es noch die Sorte Kunden: Trainingsanzug, Schlappen, Plastiktüte in einer Hand. Ob da wohl das Feierabendbier drin ist?

Die Männer erscheinen mir wie oberflächliche Jugendliche, unentschlossene Sextouristen, notgeile Sexvoyeure, gelangweilte Arbeitslose, Abwechslung suchende Obdachlose, Schaulustige, überwiegend anderer Nation angehörend. Sie drehen ihre Runden so oft, dass ich mich frage, ob denen nicht schwindelig wird? Für mich ist das eine groteske, ungewohnte Situation.

Ich gehe zum Betreiber A. vom Laufhaus Bochum und frage nach, ob das immer so sei. Männer ohne Ende, aber keine Kunden. Ich sage, dass ich sicher keine Woche bliebe, wenn ich jeden Tag nur Kosten hätte.

Ich habe einen Mietzettel für eine Woche unterschrieben. Erst als ich laut werde, ist Betreiber A. vom Laufhaus Bochum bereit, mich eher gehen zu lassen.
Gereizt gibt mir Betreiber A. vom Laufhaus Bochum zu verstehen, alle Frauen seien zufrieden außer mir.

Ein einziges Mal vor langer Zeit habe sich ein Mädchen beschwert, dass sie nichts verdiene. Er habe sich daraufhin die aufgezeichneten Videos der kontrollierten Gänge angesehen und festgestellt, dass Kunden bei dem Mädchen geblieben wären. Bei der Abfalleimer-Kontrolle habe er benutzte Kondome bei dem Mädchen gefunden.
Mich konnte das nicht beruhigen, da ich gehört habe, dass Mädchen bei ihm Schulden hätten.
Ich spreche ihn darauf an.

Der Betreiber leugnet, dass die Mädchen Schulden bei ihm hätten. “Siehst du eine einzige Zettel mit Schulden?” Er setzt noch dazu: “Mit keine Mädchen habe ich Problem, nur mit dir habe ich welche.”

Etwas betroffen gehe ich, aber als ich diese Aussage am Abend vor den Anderen wiederhole, ein Auflachen von einigen Damen (wir sitzen zu 5 Frauen am “Esstisch” in der Eingangshalle).

Im Laufe des Gesprächs kommen von zwei Mädchen Aussagen, die ich so verstehe, dass sie Schulden bei Betreiber A. hätten.
Sie könnten folgendermaßen zustande kommen:
Könnte ein Mädchen die Kaution nicht zahlen, dürfte sie die Kaution abarbeiten. Da pro Tag außerdem noch zwischen 109 – 149 € Zimmermiete und Nebenkosten anfielen, könnten sich sehr schnell hohe Schulden auftürmen, wenn nichts los wäre. Hätte sich ein Mädchen beispielsweise vertraglich für 4 Wochen verpflichtet und wäre eine zeitlang krank, hätte sie keine Möglichkeit aus der Schuldenfalle herauszukommen.

Möglicherweise wäre das Gesetz auf der Seite des Vermieters, aber ganz bewusst könnte man die Wissenslücken und Sprachschwierigkeiten der Mädchen ausnutzen.

Das Ganze wäre nicht so schlimm, wäre genug Kundschaft vorhanden und man hätte die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Da wäre Betreiber A. vom Laufhaus Bochum gefragt! Er müsste sich soweit um Werbung bemühen, dass die dort arbeitenden Damen genug Kunden haben. Die schaulustigen Männer könnte man mit einem kleinen Eintrittsgeld reduzieren. In einigen anderen Laufhäusern wird so das Problem der sogenannten “Hummelsäcke” gelöst. Möglicherweise fehlt Betreiber A. die Erfahrung, denn er verdient an der Zimmermiete. Ob Männer kommen oder gehen ist bei ihm finanziell gesehen neutral.

Auf lange Sicht gesehen, ist es allerdings wichtig, dass die Frauen gute Kundschaft haben und gut verdienen, damit sie sich wieder im Laufhaus Bochum einmieten und dieses Geschäftsmodell ein Erfolg werden kann.

Meines Wissens wird für das Laufhaus Bochum keine Werbung geschaltet.

Der nächste Tag ist genauso zäh. Unzählbare Männermassen strömen an unseren Schaukästen vorbei, vereinzelt gehen Männer mit aufs Zimmer. Die Stimmung unter den Frauen ist gereizt. Und dann kommt so eine neugierige Person wie ich. Ich bleibe bei vielen Damen stehen und frage freundlich nach verschiedenen Dingen, schließlich ist das Laufhaus Bochum das erste Etablissement dieser Art in dem ich arbeite. Ich gehe davon aus, dass eine neue Frau skeptisch aufgenommen wird und bin deswegen überrascht, wie freundlich und nett viele Mädchen auf meine Fragen antworten.

Ich bekomme viele Probleme mit, einige Episoden, die mich zum Nachdenken bringen und für mich die Frage aufwerfen, ob das Laufhaus zuhälter-und drogenfrei ist.

Um 2 Uhr mache ich Schluss. Ich habe Rückenschmerzen vom vielen Sitzen auf dem Barhocker, meine Gesichtsmuskeln sind vom falschen Grinsen verspannt, ich denke zuviel über die Probleme der Frauen hier nach.

Ich setze mich nach unten an den “Essplatz” und Treffpunkt. Dort unterhalte ich mich mit mehreren Mädchen über die Situation im Laufhaus Bochum. Ich halte mit meinem Ärger über die Zustände nicht zurück, auch die anderen Mädchen erzählen über Missstände. Ein Mädchen erzählt, sie habe sich mit einem Kunden auf 30 € geeinigt. Der Kunde und das Mädchen wären ausgekleidet und er habe sie bereits angefasst. Der Kunde möchte sein Geld zurück, weil er meinte, dass es in dem Zimmer nach Hund röche. Dass das Mädchen einen Hund mit im Zimmer habe, hätte der Kunde gewusst. Trotzdem wolle er vom Vertrag zurücktreten und fordere sein Geld zurück. Dazu wäre das Mädchen nicht bereit (laut Prostitutions-Gesetzes korrekt). Betreiber A. vom Laufhaus Bochum wolle keinen Ärger mit dem Kunden, der mit der Polizei drohe und verlange, dass das Mädchen dem Kunden seinen Lohn zurückgäbe.

Dies verweigerte sie und daraufhin gäbe Betreiber A. dem Kunden 30 € zurück. Zu dem Mädchen sagte er, dass er das Geld bei der Auszahlung der Kaution verrechnen wolle. Dazu hätte er kein Recht, das wären “Zuhälter-Manieren”, keineswegs stünde ihm dieses Verhalten als Vermieter zu.

Unser Gespräch nimmt ein Ende als Sexarbeiterin L. dazu kommt. Sie ist so wie ich um die 40 Jahre alt (”mit 18 Jahren habe ich angefangen mit Prostitution, eigentlich, um den Führerschein zu machen, naja, den habe ich bis heute nicht”). Das Rotlichtmilieu “Eierberg” verteidigt sie mit Vehemenz und Leidenschaft.

Es kommt zu einem Gespräch über unsere unterschiedlichen Arbeitsweisen. In unserem Gespräch meint sie im Laufhaus Bochum arbeiteten die Frauen mehr mit ihrem Körper als Frauen wie ich, die Hausbesuche machten und eher auch einen persönlichen Kontakt zuließen.

Wir reden inzwischen allein weiter, die jungen Mädchen um uns herum sagen nichts mehr. Anscheinend ist L. aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrung tonangebend.

Ich höre heraus, dass ihr einiges an dem Geschäftsverhalten des Betreibers A. vom Laufhaus Bochum, den sie schon jahrelang kennt, nicht gefällt. Sein größtes Problem sähe sie darin, dass er nicht bereit sei, Erfahrungen und Kritik anzunehmen. Er lasse sich nichts sagen, ginge einfach seinen Weg ohne nach rechts und links zu sehen.

Sie zählt hier zu den wenigen Frauen, die erfahren sind. Überwiegend arbeiten hier junge, unerfahrene Mädchen, der Betreiber vom Laufhaus Bochum ist milieuunerfahren. Diese Punkte können zu einem fehlenden Zusammenhalt führen und das Modell Laufhaus Bochum in Frage stellen.

Die Runde löst sich auf, weil einige Damen noch arbeiten wollen, um wenigstens die Zimmermiete einzunehmen.

Am nächsten Morgen reise ich ab.

In meinem Beisein wird mein Zimmer hochpeinlich gründlich untersucht. Während R. das Zimmer inspiziert, leert die Raumpflegerin meinen Wäschekorb. Die Handtücher, die ihr sauber erscheinen, nimmt sie heraus, an einigen Handtüchern riecht sie und faltet sie dann zusammen. Ich mag mir nicht vorstellen, dass die Handtücher dann wieder als frische ausgegeben werden, aber für eine andere Interpretation gibt es keinen Spielraum.

Ich hatte nicht die berechtigte Angst, dass mich jemand falsch, unkorrekt oder gewalttätig behandeln könnte. Ich hatte keinen konkreten Anlass, mich in dem Laufhaus Bochum nicht in Sicherheit zu fühlen, wenngleich es nicht die üblichen Alarmknöpfe auf dem Zimmer gibt. Zudem war die Telefonanlage stellenweise ausgefallen.

Das Laufhaus Bochum ist als Räumlichkeit herausragend schön, man fühlt sich gleich wohl, wenn man es betritt. Es wäre grandios, könnte es auch eine Möglichkeit werden, dass Sexarbeiterinnen dort entspannt und erfolgreich arbeiten.

liebe Grüße von annainga

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Offener Brief an das hohe europäische Haus und alle Abgeordneten des Europaparlaments

Wir ersuchen Euch um Eure Zustimmung
tragt Euch auf dieser Seite in die Unterschriftenliste ein
Ihr könnt damit auf die ungerechte Situation der SexarbeiterInnen aufmerksam machen

http://www.sexworker.at/protest

Offener Brief an das hohe europäische Haus
und alle Abgeordneten des Europaparlaments

- SEXWORKER.AT - Madonna e.V. Bochum - Doña Carmen e.V. Frankfurt am Main -

Bezug:

Entwurf eines Berichtes über die Prostitution in den Mitgliedstaaten und die gesundheitlichen Folgen für die Frauen (2007/2263(INI))
Vom Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM)
Berichterstatterin: Maria Carlshamre, 19.3.2008

Gut finden wir:

• Schutz der Würde von Frauen und Schutz von Frauen. Wir finden, allen verletzlichen Menschen soll Schutz und Hilfen zum Empowerment gewährt werden.
• Gleichstellung von Frauen. Wir finden, alle Menschen sind gleich und sollen Chancengleichheit und Teilhabegerechtigkeit erfahren.
• Gewalt als Gesundheitsproblem zu benennen. Wir finden, jede Form struktureller und physischer Gewalt gilt es zu erkennen und ihr frühzeitig entgegenzutreten.

Wir lehnen den Berichtsentwurf entschieden ab, weil er falsch ist:

• Prostitution ist keine Gewalt gegen Frauen. Die manigfaltigen Erfahrungen von Frauen, Männern und Transsexuellen in der Sexarbeit werden einfach ausgeblendet.
• Prostitution ist nicht einmal per se mit Gewalt verbunden stellt die Evaluation des Prostitutionsgesetzes ProstG durch die Bundesregierung fest.
• Die Sexindustrie, ob legalisiert oder reguliert, ist an sich keine Form systematischer Gewalt gegen Frauen. Gewalt ist kein integraler Bestandteil der Dienstleistung, die von Prostituierten in ihrem alltäglichen Geschäft erwartet werden.
• Legalisierung von Prostitution bedeutet keine Legalisierung systematischer Gewalt.

Sexarbeit ist das Gegenteil von Gewalt. Es ist kultivierte körperliche Liebe. Es ist bezahlter, inszenierter Sex. Es ist ein uraltes Kulturgut entstanden mit der Zivilisationsentstehung. Menschen in Sexarbeit und Paysex haben ein Selbstbestimmungsrecht auf Sexualität und verdienen den Schutz durch Menschenrechte.

Es findet in dem Bericht eine falsche Ursachenanlyse statt:

Nicht weil Sexarbeit per se Gewalt gegen SexdienstleisterInnen sei, entstehen Missbrauch, Gesundheits- und Würdeverletzungen; sondern weil Sexarbeit und Paysex tabuisiert, stigmatisiert und vielfach kriminalisiert sind, entstehen rechtsfreie Grauzonen, Übergriffe, Heimlichkeiten, Betrugsmentalität sowie ungeschützte Arbeits- und Dienstleistungsverhältnisse. Die Probleme sind also durch eine moralische Vorverurteilung von Sexdienstleistungen selbst mitverursacht.

Wir lehnen das Papier als eine wissenschaftlich nicht haltbare politische Position ab:

Forderungen:

• Abschaffung von Diskriminierungen bezüglich konsensual vereinbarten Sexdienstleistungen zwischen mündigen, freien Erwachsenen. Sexarbeit ist Arbeit. Es ist ein Beruf, der einzigartige Kompetenzen und spezialisierte Qualifizierung verlangt.
• Entkriminalisierung und Legalisierung von Sexarbeit: Keine Regularien ohne Mitwirkung der beteiligten SexarbeiterInnen. Gebt den SexarbeiterInnen Rechte gegen Unrecht.
• Stopp mit ideologischer Agitation gegen Sexarbeit und Paysex, indem diese mit Gewalt und Missbrauch, mit Zwang und Krieg, mit Drogen und Krankheit in stigmatisierender unwissenschaftlicher Weise in Beziehung gesetzt wird.
• Hilfe, Aufklärung, Beratung und Ausbildung für SexarbeiterInnen: Safety First, Safer Sex, Sex Worker Burn Out Prevention, Business Self Management, berufsbegleitende Fortbildung, Career Opportuinites, Stigmamanagement, Berufswechsel …
• Förderung der Vernetzung und Selbst-vertretung von SexarbeiterInnen: SexarbeiterInnen sind Teil der Lösung.
• Günstige, anonyme STI-Testmöglichkeiten für sexuell aktive Mitbürger.

Link-Auswahl:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=35977#35977
Gegen falsche einseitige Studien:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=36019#36019
Für gute Arbeitsbedingungen und Standards:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1608
Für eine ehrliche Migrationsdebatte:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1064
Mehr über europäische Politik bezüglich Sexarbeit und den Hintergrund dieses Protestes:
www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1508

Verteilt diesen Protest an Freunde und Politiker und unterstützt die Petition on-line:

verwendet dazu einen der folgenden Links:

   www.sexworker.at/phpBB2/petition.php
oder
http://www.sexworker.at/protest

Ihr könnt auch das nachstehende PDF verwenden

Protest gegen die EU Entschliessung Carlshamre - PDF 2 Seiten zum Download -> Protest gegen EU-Entschliessung Carlshamre.pdf PDF 2 Seiten. Zum Verteilen!

Es ist nach wie vor möglich die SexarbeiterInnen Petition Online zu unterzeichnen - wir bitten um Eure Unterstützung!

http://www.sexworker.at/protest

Zwerg
Admin www.sexworker.at

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Brief an Laura…. - von Paula (fair-paysex.de)

Kommentar zu: Laura D.: Mein teures Studium – Studentin, 19 Jahre, Nebenjob: Prostituierte

Verlag: C.Bertelsmann

Liebe Laura,

du kennst mich nicht, aber wir haben einige Gemeinsamkeiten. Auch ich habe als Prostituierte gearbeitet, auch ich war damals eine 19jährige Studentin und bin so alt wie du. Auch ich schreibe unter Pseudonym.

Über deine Erfahrungen mit käuflichem Sex hast du kürzlich in Frankreich ein Buch veröffentlicht. „Mein teures Studium“. Du habest die geile Studentin aus purer Geldnot übers Internet anbieten müssen und du habest die Begegnungen mit den Männern gehasst.

Dieses Buch schlug ein wie eine Bombe. Soeben ist es auch bei uns in Deutschland erschienen und mit ihm die Wellen der schäumenden Debatte. Es sei ein Unding, dass die finanzielle Belastung Studentinnen in die Prostitution treibe. In der Tat: Sich prostituieren zu müssen, ist immer ein Unding, egal wo, egal wie.

Dass du unter deiner Prostitution gelitten hast, spiele ich nicht herunter. Ich finde gut, dass du mittlerweile nicht mehr als Hure arbeitest. Was sollst du dich auch mit Dingen quälen, die dir nicht liegen.

Nur – mein Fall liegt ganz anders. Ich habe die Prostitution geliebt. Ich war glücklich mit meiner Freiheit und sog die vielfältigen Eindrücke und Begegnungen in dieser Arbeit gierig auf.

Es ist dein Glück, dass du über ein besonderes Thema schreibst. Denn Hurenliteratur ist immer pikant, immer gefragt. Es ist aber auch dein Pech. Weil man über Prostitution nicht so arglos subjektiv schreiben sollte wie über einen Job als Kellnerin. Du hättest im Auge behalten müssen, wer dein Buch lesen wird und wie er es lesen wird. Die Welt nämlich hat offiziell keine Ahnung von Prostitution, und das Offizielle ist ihr in diesem speziellen Falle so wichtig, dass sie selbst darauf hereinfällt. Das heißt, sie glaubt dir jedes Wort. Sie geht davon aus, dass du ihr die objektive Wahrheit über die Prostitution lieferst. Was du schreibst, kann aber nur deine subjektive Wahrheit sein. Darauf hättest du deutlich hinweisen müssen.

Darauf hast du nicht deutlich hingewiesen. Stattdessen schreibst du schon im Vortwort: „Man tut es [Prostitution] nur aus der Not heraus und redet sich ein, es sei nur vorübergehend“. Damit begehst du einen Kunstfehler: Du schließt von deiner Prostitution auf die Prostitution allgemein. Dabei widersprechen z.B. meine Erfahrungen in der Prostitution den deinen vollkommen, und würden wir Subjektivität und Objektivität miteinander verwechseln, könnten wir uns über unseren gegensätzlichen Haltungen ordentlich zerstreiten. In Wahrheit gibt es so viele verschiedene Prostitutionen, wie es Prostituierte gibt.

Das ist ja eigentlich vollkommen einsichtig und man muss überhaupt nichts dafür wissen, weil man es sich denken kann. Man sollte meinen, ein Mensch, der öffentlich debattiert, der kann auch von allein auf den Gedanken kommen, dass nicht alle Prostituierten in ihrem Job unglücklich sind. Dass, solange es jeder Frau freisteht, als Hure zu arbeiten, auch prinzipiell jede Studentin sich dazu entscheiden darf. Und dass bei 400.000 Huren in Deutschland sich bereits die eine oder andere Studentin darunter befinden wird.

Und dennoch wirst du zur Zeit gehandelt, als seist du die einzige Autorität zum Thema.

Woher kommt dieser offensichtliche und naive Irrtum? Woher die angeblich so maßlose Überraschung ob deiner Enthüllungen? Möchten deine Leser behaupten, es käme ihnen erst jetzt ins Bewusstsein, dass finanzielle Not zu Prostitution wie zu so vielem anderen auch führen kann? Oder soll erschütternder sein, wenn eine Studentin im Puff arbeitet als eine

alleinerziehende Mutter? Nicht im Ernst. Zumal ein Studium nicht so lange dauert wie ein Kind großzuziehen.

Stell dir einmal vor, ich käme auf den Gedanken, von meinem Fall auf alle Fälle von studentischer Prostitution zu schließen. Ich schriebe, dass alle Studentinnen im Puff begeistert davon seien – nur weil ich es war. Dann sähe doch jeder Idiot, dass ich offenbar unfähig bin, mögliche Unterschiede zwischen mir und anderen Menschen einzuräumen. Umgekehrt ist es genauso absurd! Wie kann die Welt ernsthaft meinen, du könnest repräsentativ für „die Studentin in der Prostitution“ sein? In den aktuellen Argumenten muss man sich heillos verheddern, weil die ganze Ebene schief ist.

Wie also erklärt sich dein Ruhm? Nun, deswegen schreibe ich dir, Laura, denn ich fürchte, ich weiß die Antwort: Du kommst der Gesellschaft sehr gelegen. Deine brave, reumütige Art, eine fleißige Studentin sein zu wollen und unter deinem lasterhaften Leben zu leiden, ist natürlich hübsch. Von der ersten bis zur letzten Seite versäumst du keine Gelegenheit, darauf hinzuweisen, wie versessen du auf eine akademische Karriere bist, wie fleißig dein Lernen und wie groß dein Bildungshunger seien. Das alles ist wirklich schön für dich. Leider stürzen sich dadurch solche Leute auf dich, die die Jugend am liebsten in der Bibliothek sehen. Pflichtbeflissene Frauen sind ja immer noch willkommen.

Das an sich wäre noch nicht schlimm. Aber du bist aufgewachsen in einer Welt, die die Prostituierte zum Gegenteil all dieser hohen, heiligen Werte verdammt hat. Und das zitierst du ebenfalls. Jetzt wirst du nicht mehr nur naiv, sondern dumm. Du fühlst dich „schmutzig“, schreibst du, du seist jetzt „nur noch eine Nutte“ und deine Haut schwitze „Scham“ und „Schande“ aus. Du scheinst ein wenig unvorsichtig mit Sprache umzugehen, Laura. Denn sicher haben es nicht alle Huren verdient, als „ schmutzige Nutte“ bezeichnet zu werden. Schade, dass du verpasst hast, darauf hinzuweisen.

Vielleicht wolltest du das ja gar nicht sagen – Ihr schmutzigen Nutten und wir sauberen Studentinnen und ich armes Opfer. Aber so wirst du gelesen. Es fiele mir leicht, dich anzugreifen, wenn du geplant hättest, was jetzt die Öffentlichkeit an deinem Fall so schön empört. Aber du hast es nicht geplant. Du hast einfach nur zu wenig nachgedacht.

Damit hast du viele Gelegenheiten verschossen, die Diskussion um Prostitution zu bereichern. Du zitierst einfach das, was schon da war.

Dein Buch beginnt so: „Er steht jetzt vor mir, die Hose zu seinen Füßen. Ich stehe in Unterwäsche vor ihm und sehe, wie er mich lange anstarrt. Ich weiß, in knapp einer Minute wird er mich bitten, mich zu ihm zu setzen, und danach wird mein Körper mir eine Stunde lang nicht gehören.“ Dein Körper gehöre dir nicht mehr? Das halte ich eher für eine Wahrnehmungsstörung als für Prostitution.

Solche feinen Verleumdungen und Verdrehungen, die unsere Sprachgewohnheiten der Prostitution tagtäglich antun, macht sich die Debatte um dein Buch, wie gesagt, nicht klar. Du wirst eingespannt für eine Weltsicht, die du vielleicht gar nicht unterstützen wolltest. Du spielst ihr in die Hände, indem du formulierst, wie man es schon immer getan hat. Nur: Sprache kann nicht nur abbilden – sie kann auch verfälschen. Merkwürdig, dass ich dir als einer Sprachstudentin das sagen muss.

Nehmen wir deinen Ausstieg. Du schreibst, du habest ihn nach einem „traumatischen Erlebnis“ geschafft. Du meine Güte – bei dieser Ankündigung hatte ich mir ernsthaft Sorgen um dich gemacht. Das ist dergestalt formuliert, dass ich an eine Gruppenvergewaltigung gedacht habe. Das wäre Trauma gewesen. Mir scheint, du benutzt gewisse Begriffe etwas inflationär. Denn dein „Trauma“ bestand darin, dass dir ein Freier mit seiner Familie in deinem Lieblingscafe begegnete. Er hat sogar mitgespielt, dass ihr euch dort just erst kennenlernt. Wer keine Traumata hat, macht sich offenbar selbst welche, hm? Schön, dich hat schockiert, dass dir das vor Augen geführt wird, was dir vorzustellen du dich weigertest

dass die Freier eine Familie haben könnten und ein Leben außerhalb deiner Matrix des bösen, notgeilen, einsamen Losers. Tja… Könnte es sein, dass auch dieses Bild des Freiers nichts anderes ist als eine Projektion und ein Klischee, welches du von deiner Erziehung übernommen hast?

Bei uns in Deutschland schätzt man, dass 90% aller Männer mindestens einmal Erfahrungen mit Prostitutierten gemacht haben. Dass sich zwischen zwei Quickies doch einmal eine dieser schattigen Gestalten in ein öffentliches Cafe verirrt, damit hätte man vielleicht rechnen müssen.

Auf der zweiten Seite schreibst du, dein Ziel sei, „das Ausmaß der Heuchelei aufzudecken, die die studentische Prostitution umgibt.“ Aber da du dir selbst eine Version zurechtheuchelst, hast du dein Ziel verpasst und stattdessen die Heuchler gefüttert. Die Heuchlerin in dir und den Heuchler der Öffentlichkeit. Du deckst die Wahrheit nicht auf, sondern zu.

Gib Acht, wer dich liest… Du glaubst deinen Lesern zu sehr, ihrer Aufrichtigkeit, ihrer Bewusstheit. Du glaubst ihnen, sie seien betroffen von deinem Schicksal. Falsch. Sie sind davon begeistert. Weil du ihnen einen Bericht aus einer Löwengrube lieferst, wie furchtbar da drin in der Prostitution, bei den bösen, kranken Freiern doch alles sei. (Dass meine Freier mir um keinen Deut kränker vorkamen als die gesamte Gesellschaft, die jetzt so aufgewühlt diskutiert, wie man dich zukünftig vor solchen Abgründen schützen könne, wage ich hier ja gar nicht weiter auszuführen.)

In Wahrheit geht es den aufgepeitschten Gemütern nicht um die Rettung der Studentin, sondern um die sexuelle Zähmung der Frau. Du dienst als Etüde für ein ganz altes, übles Spiel: die Demütigung der Hure. Dafür bist du die perfekte Vorlage, denn leider assistiert jeder zweite deiner Sätze diesem Thema. Kaum kannst du noch in einer Metro sitzen, ohne dass „mir Stimmen in meinem Kopf [sagen], dass ich nur eine Nutte bin. [...] Ich bin nichts wert, ich bin schmutzig und habe das Gefühl, dass ich es mein ganzes Leben lang bleiben werde.“ Es genügt schon, dass in irgendeinem Raum irgendwelche Vorhänge herumhängen, damit du kommentierst: „Sie unterstreichen, dass das, was ich tue, schlecht ist, schmutzig.“ Immerhin sei es „beschlossene Sache, [später] ein guter Mensch zu sein. Im derzeitigen Lebensabschnitt kann ich es mir nicht leisten.“ Usw. usw.

Um dich vor den Sauberen öffentlich reinzuwaschen, ist dir die pauschale Beschimpfung der Huren gerade schmutzig genug. Das ist ärgerlich für alle Frauen, die auf den Sittenkodex pfeifen und in ihrer Prostitution die Freiheit feiern. Ich könnte also sagen, du verhieltest dich egoistisch und unmoralisch. Aber nicht wahr – wie sollen wertlose Nutten denn Werte haben können?

Ich habe nicht alleine in der Prostitution gearbeitet wie du, sondern unter vielen Kolleginnen. Das heißt, wenn hier eine von uns beiden etwas Übersicht über die Situation von Huren hat, dann bin ich das. Und wenn eine von uns beiden aus ihrer subjektiven Erfahrung auch auf etwas Objektives schließen darf, dann bin ebenfalls ich das. Weil ich mit vielen anderen Studentinnen im Puff gesprochen habe. Und weil ich – pardon – vom Klischeedenken der Gesellschaft, soweit es die Prostitution betrifft, unabhängiger bin als du.

Meine Uni- und Puffkolleginnen studierten Archäologie, Jura, Gender Studies, Kulturwissenschaften, Ethnologie, Bibliothekswissenschaften, Wirtschaft, Soziologie, Philosophie, Linguistik oder Medizin. Und ja, Sprachen studierten sie auch, Wie du, Laura. Aber das Wichtigste: Sie begriffen sich nicht als Opfer ihrer Situation. Sie hatten sich freiwillig für die Prostitution entschieden und waren in der Lage, diese Selbstverantwortung für ihr Leben auch zu erkennen. Häufig hatten sie ihren Freunden und Familien davon erzählt. (Na gut, bei uns in Deutschland sind Bordelle auch nicht strafbar.) Manche brauchten das Geld gar nicht. Die Frauen, die ihr Studium damit finanzieren wollten, genossen, dass sie

dadurch mehr Zeit für die Uni hatten. Und die Frauen, die sich unabhängig von der Uni und zum Teil schon vor ihrem Studium für die Prostitution entschieden hatten – ja, für die ist der aktuelle Zwangsfokus auf die Studentin in der Prostitution sowieso ein Rätsel.

Es ehrt dich ja, dass du uns Studentinnen im Puff alle retten willst, aber wir wollen gar nicht gerettet werden.

Ich fasse dein Buch mal zusammen: „Ich war jung und brauchte das Geld.“ Tja, meine Antwort und die meiner Kolleginnen wäre: „Ich war jung und lebte die Freiheit.“ …

Diese Antwort wollen deine Leser natürlich nicht wissen. Sie wollen Futter für ihre Feindbilder. Und die lieferst du reichlich. Weil du nicht nachgedacht hast darüber, inwiefern du selbst deine Erfahrungen in der Prostitution mitbestimmt hast, deinen Fokus auf deine Situation, deine Voreingenommenheit. Erlaube mir die professionelle Einschätzung, dass deine Freier ganz normale Männer gewesen sind - und dennoch tauchen sie in deiner Wahrnehmung nur als Pädophile oder anderweitig Perverse auf. Wie ist es denn sonst so mit deiner Meinung über Männer, Laura? Denn - nicht wahr, überall im Leben begegnet man immer auch einem Stück von sich selbst. Wie könnte es in der Prostitution dann anders sein? Aber es ist ja soviel bequemer, durch ein Unrecht zu fallen als durch die eigene Verantwortung…

Hast du vielleicht von der Gesellschaft fraglos übernommen, dass die Prostitution immer die Böse ist? Ich kann dir sagen: Sie ist es nicht. Die Prostitution an sich ist nämlich viel zu wenig, um „böse“ oder „gut“ sein zu können. Sie ist fast nichts, nur Sex gegen Geld. Und du schreibst, du liebest Sex. Geld liebst du offenbar auch. Alle Probleme, die daraus erwachsen, dass beim Sex Geld auf einem Tisch nebenan liegt, sind also künstliche Probleme und keine ursprünglichen. Noch was verpasst…

Könnte es sein, dass die Heerscharen schutzbedürftiger Mädchen deshalb beschworen werden, um die eigene Täterschaft besser abstreiten zu können? Dass man die Feindbilder der gefährlichen Prostitution, der billigen Nutte und des perversen Freiers primär kultiviert, um die eigentlichen Skandale zu vertuschen?

Denn du hast ja Recht damit, dass du durch deine Erfahrungen in der Prostitution an Skandale gerührt hast. Nur – die suchst du an der falschen Stelle.

Ja, Laura, die eigentlichen Skandale… Z.B. schreibst du, deine größte Angst sei, dass deine Eltern dich identifizieren könnten. Du schreibst, du möchtest „meine Eltern [...] schützen. Sie dürfen es nicht erfahren. Niemals. Ich bin ihre liebe kleine, geradezu vorbildliche Tochter. Dickköpfig, ja, aber keine Hure.“ Tatsächlich - vorbildlicher geht es kaum, als die (Mit-)Täter schützen zu wollen. Das ist wahre sittliche Disziplin. - Ich sehe also richtig, dass deine Eltern dir einen Drogenentzug bezahlen würden, aber dich verstoßen, wenn sie wissen, dass du dein Studium mit Sex finanziert hast? Dass dies ein ganz normaler Wahnsinn ist, der kaum jemandem in unserer Kultur noch auffällt - ist das nicht ein Skandal, den anzuprangern sich viel mehr gelohnt hätte als das Rumhacken auf einem langsamen „Pierre“ oder einem alten „Joe“?

Einen weiteren handfesten Skandal stellt es dar, dass Frankreich Bordelle verboten hat und euch damit in den Untergrund und in gefährlichere, ungeschützte Formen der Prostitution drängt. Das provoziert den Zuhälter, der in deinem Weltbild offenbar vom Himmel zu fallen pflegt. Das provoziert Scham und Einsamkeit, den Alpdruck eines Doppellebens und all die Ängste, unter denen du gelitten hast.

In Wahrheit verdienten die Verhältnisse und diese Gesetzgebung jene Empörung, die du anderweitig investierst. Die Gesellschaft macht die Prostitution zur Hölle! Das ist der eigentliche Skandal und die wahre Neuigkeit und verdiente jene Entrüstung, die die aktuelle Debatte so gern umlenkt auf hohe Studiengebühren und kleine Mädchen.

Was will ich dir sagen? Eine Frau muss die Prostitution wollen dürfen und tun dürfen und lieben dürfen.

Denn, Laura, solange uns Frauen unser Sex nicht gehört, gehört uns gar nichts. Wer wüsste das besser als die Gesellschaft, die uns das Bewusstsein unseres Markt-Wertes madig machen möchte? Gib Acht, wer dich liest…

viele Grüße aus Berlin -

Paula

Mehr Gedanken von Paula: http://www.fair-paysex.de/

Die Diskussion zum Thema: http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=2371

Alle Texte von Paula unterliegen Ihrem Copyright.

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Pussy Club Fellbach - Flatrate mit den Augen einer SexarbeiterIn

Der nachstehende Bericht über den Pussy Club Fellbach wurde von einer aktiven SexarbeiterIn, welche auch ModeratorIn von sexworker.at ist geschrieben - nachdem sie den Pussy Club Fellbach besucht hat und dort gearbeitet hat. Also im Gegensatz von manchen selbsternannten Experten weiß diese Frau tatsächlich worum es geht - und man sollte ihre Eindrücke zur Kenntnis nehmen, bevor man nach Verbot oder Ähnlichem schreit!

Bevor ich anfange , möchte ich dazu noch etwas sagen.

Ich habe nichts Besonderes gemacht, sondern wollte mir nur meine eigene Meinung bilden. Das kann ich nur, wenn ich auch dort war und mit den Kolleginnen gesprochen habe. Ich hatte es satt, jeder redet drüber, schreibt und beeinflusst, löst Diskussionen aus um das Für und Wider, aber keiner weiß es wirklich. Mir war klar, dass es schwierig sein wird,denn ich spreche weder die Sprache, noch gibt es für die Mädchen dort eine Veranlassung überhaupt mit mir zu sprechen.
Aber den Versuch wollte ich wagen!
Mein Bericht gliedert sich auf, und ich bin im Moment noch nicht ganz fertig, deshalb werde ich in mehreren Teilen schreiben.

Mailverkehr, Interview mit den gesammelten Fragen, Ablauf und Eindrücke…. kann sein, dass es manchesmal etwas durcheinander kommt, aber ich hoffe trotzdem eine realistische Schilderung hinzubekommen.
Ganz am Schluss werde ich noch mein Fazit und meine Meinung dazu schreiben, sowie einige Anmerkungen.

Ich bitte euch zu warten, bis ich alle Teile gepostet habe, danach können wir uns gerne darüber austauschen und ich werde eventuelle Fragen so gut wie möglich beantworten.
Desweiteren bitte ich euch eindringlich, die hier erhaltenen Informationen vertraulich zu behandeln, denn meiner Meinung nach geht es Nichtsexworker nichts an, was ich hier an Internas erfahren habe und euch weiter gebe.
Ich werde einen weiteren Bericht schreiben, der nur meine Eindrücke schildert und so im offenen Bereich stehen kann, da er keine Internas enthält.

Der Bericht ist sehr lange und ich gebe zu, dass ich das Wirrwar meiner Eindrücke heute schon seit meiner Ankunft zuhause versuche zu Papier zu bringen…..
Ich habe Frau Floreiu zugesagt ihr diesen Bericht zukommen zu lassen, da ich es für fair halte, nachdem sie mir die Möglichkeit gab mich in ihrem Club frei zu bewegen um eigene Eindrücke zu sammeln.

Teil 1

Bericht über meinen Besuch im XXL Pussy Club Fellbach


Da es für mich absolut inakzeptabel ist, über Flatrateclubs, im speziellen über den Pussyclub/Fellbach zu urteilen, ohne mich selbst darin bewegt zu haben, habe ich beschlossen dort einen Termin zu machen.
Es gab zwei mögliche Optionen:
1. In „geheimer Mission“ als Ehefrau eines Besuchers, da dies auf der Webseite unter FAQ als erlaubt beantwortet wird
2. Ganz offiziell, da in der Gegendarstellung des Clubs der Satz steht…“überzeugen sie sich jederzeit selbst davon.
Ich habe mich dafür entscheiden mit offenen Karten zu spielen und eine offizielle Anfrage zu stellen.

Hier die Antwort per Mail auf meine über das Kontaltformular gestellte Anfrage


Betreff: AW: Pussy-Club Webkontakt Stuttgart (Tel: 01520-8338460)
Von: “Pussy-Club” <info>

An: “Tanja_Regensburg >
Datum: 20.07.09 11:08:28 Uhr

Betreff: AW: Pussy-Club Webkontakt Stuttgart (Tel: 01520-8338460)

20.07.09 11:08

Hallo Tanja,

Frau Floreiu wird planmäßig am Dienstagabend zu einem Termin in Fellbach sein.
Wie wäre es Dienstagabend um 21 Uhr?

Zu dem Zeitpunkt ist Betrieb aber das macht ja nichts :)
Sagen Sie Bescheid ob Ihnen der Termin passt.

Schöne Grüße
Alex

P U S S Y - C L U B

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Tanja_Regensburg
Gesendet: Sonntag, 19. Juli 2009 12:34
An: info@pussy-club.eu
Betreff: Pussy-Club Webkontakt Stuttgart (Tel: 01520-8338460)

Sehr geehrte Geschäftsleitung des Pussyclub Stuttgart,

Ich bin Tanja_Regensburg, Sexworkerin, ModeratorIn bei www.sexworker.at, einem Forum von Profis für Profis.

Auf Grund der vielschichtigen Diskussionen, und meinem Kampf für die Rechte von Sexworkerinnen, habe ich den Entschluss gefasst mir Ihren Flatrateclub persönlich anzusehen.
Ich möchte nicht über jemanden reden, sondern mit Ihnen und einigen Ihrer Damen.
Das mache ich mit offenem Gesicht… also nicht versteckt….
Gerne arbeite ich auch einen Tag in Ihrem Club, wobei ich davon ausgehe, das dies wahrscheinlich nicht möglich ist, da ich ihre Altersgrenze sehr weit überschreite.

Ich beziehe mich auf Ihre Gegendarstellung in der folgende Aussage getroffen wurde….
“Kommen Sie in meine Clubs und überzeugen Sie sich
selbst“ jederzeit!”

Dies würde ich gerne in Anspruch nehmen… denn ich will mir nicht immer unterstellen lassen, nie dort gewesen zu sein. Ich bin nicht gegen Flatrateclubs, im Gegenteil, ich sehe darin auch eine Möglichkeit für inländische Kolleginnen, nur von den Arbeitsbedingungen bin ich nicht wirklich überzeugt…
Deshalb suche ich das Gespräch.
Ich bin am Dienstag, 21.7.09 in Ihrer Nähe, und würde diesen Tag sehr gerne nützen… Ihr Einverständnis vorausgesetzt!
Bitte rufen sie mich bald möglichst an unter 01520-8338460 für ein Vorabgespräch, oder teilen sie mir mit, wie, und wann am besten ich Sie erreichen kann.

Liebe Grüße
Tanja

Nachdem ich die Zusage erhalten hatte, habe ich mir überlegt, was mich interessieren würde und habe hier auf sexworker.at die Gelegenheit gegeben, Fragen, die euch interessieren zu posten, damit ich sie in unserem Namen stellen kann.
Daraus entstand folgendes Interview, welches ich mit Frau Floreiu geführt habe, das ich im Anschluss kommentieren möchte.
Ich möchte betonen, dass ich wirklich offen aufgenommen wurde und meine Fragen stellen konnte, die auch freundlich beantwortet wurden!
Frage: 1.Wie und wo werben sie die Damen?

Antwort: Ich habe zuerst im Internet und in Heim und Welt(Deutsche Illustrierte->im Mittelteil sind Stellenanzeigen für Sexarbeiterinnen) geworben, aber die Mädchen, die bei mir gearbeitet haben informierten Freundinnen über diese Arbeitsmöglichkeit, so dass ich heute keine Stellenanzeigen mehr schalten muss. Mittlerweile gibt es sogar Wartelisten, da die Mundpropaganda Mädchen in Fkk-Clubs erreicht, die auf Grund von Sprachschwierigkeiten dort wenig verdienen.

Frau Floreiu spricht rumänisch und ungarisch

2.Ist es auch für inländische Sexarbeiterinnen möglich tageweise in ihrem Club zu arbeiten?

Ja, auch inländische (deutsche und ständig in Deutschland lebende Kolleginnen) Sexarbeiterinnen sind willkommen

3.Ist es möglich einen Arbeitsvertrag zu sehen?

Ich habe problemlos einen Arbeitsvertrag in deutsch und in rumänisch (übersetzt durch eine vereidigte Übersetzerin in Deutschland) erhalten! Werde diesen an Zwerg weiterleiten.

4.Was ist darin genau festgelegt?

Rechtliche Stellung
In Stichpunkten: Selbständige Prostituierte, behördlich gemeldet, bestätigt freiwillig und ohne jeden Zwang den Pussyclub aufgesucht zu haben und der Tätigkeit bei der Betreiberin aus eigenem Antrieb nachgehen zu wollen. Desweiteren gibt sie an in der Vergangenheit wie folgt tätig gewesen zu sein……(Wo sie als Prostituierte gearbeitet hat)

Tätigkeitsumfang
in ihrer bisherigen Tätigkeit als Prostituierte folgende Sexualpraktiken durchgeführt zu haben ( Bisheriger Service)
Während der Tätigkeit bei der Betreiberin wird sie zwar an der Unterhaltung der Gäste mitwirken, entscheidet aber ausschließlich selbst und ohne Beeinflussung seitens des Betreibers ob und ggfls in welchem Umfang sie sexuelle Handlungen mit Gästen vornimmt. Dies bleibt ihrer alleinigen Entscheidung vorbehalten und muss auch nicht begründet werden.

Vertragsdauer und Vergütung:
Der Rahmenvertrag läuft auf zwei Monate und endet automatisch ohne Kündigungserklärung.(eine Art Probezeit, der Vertrag kann jederzeit ausgedehnt werden und für länger gemacht werden)
Nur während der Laufzeit des Vertrages ist es gestattet den Pussyclub aufzusuchen und dort tätig zu sein. An welchen Tagen entscheidet die SW nach eigenem Gutdünken, wobei sie verpflichtet ist die von ihr gewünschten Einsatztage eine Woche im Voraus beim Betreiber anzuzeigen. Erscheint sie nicht zum angezeigten Datum, entfällt ihr Vergütungsanspruch für diesen Tag. Die SW kann ihre Tätigkeit auch jederzeit vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit einstellen ohne das hieraus Ansprüche seitens des Betreibers entstünden.

Vergütungsanspruch
Für jeden Einsatztag erhält sie einen Pauschaltag, damit sind alle Leistungen der SW abgegolten Besteuerung erfolgt über das Düsseldorfer Verfahren, wobei die Anmeldung vom Betreiber veranlasst wird.(25€ tgl oder Steuernummer)

Anmerkungen in Klammern von mir, zur Erklärung.

5. Wie hoch ist die Entlohnung? Gibt es Bonus, wenn ja, wofür? Werden Extras wie z.B. Anal gesondert vergütet?

Standartprogramm -> 120€
Bonus für Shows und Flyer verteilen 10 €- 20€ tgl, oder nach Absprache
Eventuell 100€ pro Woche, wenn sehr bemüht
Bei Anal 140€ - 160€ nach Absprache, manche auch 200€ wenn sehr begehrt

6.Welche Kosten trägt die SW?

Alle privaten Kosten, z. B. Unterkunft, An- und Abreise,usw
Essen und Getränke stellt der Club zur Verfügung

7.Wie sieht die Versorgung bei Krankheit aus?

Die SW wird ins Krankenhaus oder zum Arzt gebracht, muss aber die Kosten selbst tragen, oder hat eine eigene Krankenversicherung

8.Gibt es seperaten Pausenraum für die Mädchen?

Ja ( ich saß in diesem zum Gespräch, nicht groß, aber ausreichend)

9.Würden sie Mindeststandarts für den Arbeitsplatz akzeptieren und umsetzen?

Ja, wenn es diese Anforderungen gibt, jederzeit.

10.Könnten sie sich vorstellen, weniger agressiv zu werben(Hummer mit sehr auffälliger Werbung 70€ All Inclusive, leicht bekleidete Damen neonpink steht vor der Türe und fährt auch so durch den Ort)

Ja, wäre möglich

11. Wohnen die Damen im Haus?

Nein, in Pensionen, Wohnungen, die von mehreren Mädels zusammen gemietet werden, ab und an „ruhen“ im Club, aber nur als Ausnahme

Nach diesem Gespräch erhielt ich die Erlaubnis, im Pussy Club zu “arbeiten” und mich mit den anwesenden Mädchen zu unterhalten, ohne dass ich von der Clubleitung dabei begleitet wurde


Frau Floreiu bat eine Kollegin die sehr gut deutsch spricht in den Pausenraum, damit ich ihr Fragen stellen konnte….
Sie erzählte mir, dass sie aus Österreich kommt, genauer Klagenfurt … geschieden ist, keine Kids hat und gerne meine Fragen beantwortet….
1.Wie bist du hier her gekommen?
Eine Freundin, die jetzt nicht mehr hier ist, hat mich angerufen und gesagt hier ist es gut.
2. Kennst du andere Formen des Paysex?
Ja, ich habe in einem Studio in Österreich gearbeitet, gibt Wohnungen, FKK Clubs, Puff,
3. Darfst du deinen Service frei wählen…
Ja, kein Problem, ich mache nichts was ich nicht mag
4.Wo bist du untergebracht, wo schläfst du
In einer Pension, andere Mädchen haben zusammen Wohnungen
5.Wie werdet ihr verpflegt?
Wir essen zweimal am Tag gemeinsam hier, Getränke sind dürfen wir nehmen
6.Wie verbringt ihr eure Freizeit?
Ganz normal, in die Stadt gehen, einkaufen…
7. Wie wird euer Geld ausbezahlt?
Jeden Tag nach der Schicht in bar
8. Kannst du vor dem vereinbarten Ende der Laufzeit abreisen…
Ja , ich kann sagen ich gehe , dann kann ich gehen, jederzeit
9. Kennst du die Werbung für den Club… All Inclusive, so viel und sooft der Mann will….
Ja ist ok,
10. Wie lehnst du Gäste ab?
Tu ich eigentlich gar nicht. Aber wenn ich nicht mag sage ich später
11.Gibt es ausreichend Pausen
Ja, ist in Ordnung, kann immer mal gehen hierher(pausenraum) oder Dusche( da gibt’s nen Vorraum)
12. Was passiert, wenn du krank wirst.
Wir werden ins Krankenhaus gefahren.
13, wer zahlt den Arzt?
Ich bin krankenversichert…. Aber nicht alle hier… einige müssen selbst bezahlen
14.Arbeitet ihr während eurer Tage…. Nein, nur vielleicht am Ende, auch nicht wenn ich Kopfweh habe
15. Arbeitet ihr zwei Schichten?
Manche, nicht alle, ich manchmal, wie ich Lust habe
16. Aus welchen Ländern kommen deine Kolleginnen?
Rumänien, Ungarn, Moldavien
17. Was sind deine Ziele, Wünsche
Ich will Geld sparen die für Zukunft
18. Gibt es etwas was dich hier stört, was besser sein könnte…
Nein, ist gut so, alles ok

Meine Gesprächspartnerin zeigte mir zunächst den Duschraum der Damen.
Im Vorraum war eine „Nageltante“, die den Damen die Fingernägel verschönt und erneuert hat. Ich habe geduscht, Dusche nicht wirklich modern, aber sauber und mich umgezogen. Meine Sachen kamen in einen abschließbaren Spind und ich bekam meinen Schlüssel um das Handgelenk Jede Dame hat ihren Schlüssel immer bei sich.Als ich umgezogen war wurde mir das ganze Haus gezeigt, ich gebe zu, ich fühlte mich ähnlich wie in einem Swingerclub. Die Räume sind zweckmäßig ausgestattet, Kondome, Zewa, Feuchtetücher stehen am Bett bereit, die Zimmer haben keine Türen, dafür aber zum Teil Blickdichte Vorhänge, bzw so eine Art Fadenvorhang. In einem größeren Vorraum auf dem Weg zu einer gemütlich eingerichteten Freiterrasse sind zwei Masseure, die sowohl die Herren, wie auch die Damen massieren, einen Raum weiter stehen zwei Solarien, wie sie auch in guten Sonnenstudios zu finden sind. In der unteren Etage ist ein großer Raum, der als „Esszimmer“ dient…. Hat allerdings eher den Charme eines Kantinenraumes…. Es gibt mehrere Esstischgruppen und eine Essensausgabe.
An diesem Abend gab es Pommes, Kartoffelbrei, Chicken Nuggets und Hühnchenbrust natur in einer Tomaten Erbsensoße, dazu sauer eingelegte Paprikastreifen und Blumenkohl.
Die Treppen wieder hoch unter neugierigen Blicken von den anwesenden Damen und Herren wurde ich in den „Partyraum“ gelotst,
Vor mir eine Theke, an der Getränke in Plastikbechern ausgeschenkt werden, Bier in Flaschen…
Rechts von mir mehrere Sitzgruppen auf denen Kolleginnen sitzen, die mich etwas argwöhnisch betrachten, (natürlich falle ich auf … Nationalität deutsch und bedeutend älter als die anwesenden Mädchen) und Männer, die auch nicht sicher sind was oder wer ich bin….
Links von mir eine kleine Tanzfläche in deren Mitte eine Tanzstange und außen herum wieder Sitzgruppen auf denen Kolleginnen sitzen und Gäste. Es spilet sehr laute Manele Musik….rumänische Schlagermusik
Meine Begleiterin, die mir die Gegebenheiten erklärt hat, platziert mich in mitten einer Gruppe Mädchen.
Was genau sie auf rumänisch sagt, kann ich nicht beurteilen, denn ich spreche die Sprache nicht. An den Gesichtern kann ich erkennen, dass sich Unsicherheit breit macht, einige stehen auf und gehen, andere betrachten mich neugierig….auf meine Versuche mit ihnen zu reden kommt zunächst nur Achselzucken und ich bin mir nicht sicher, wer mich eigerntlich versteht, bzw wer mich verstehen will.Schwierig…. aber ich habe das Gefühl, dass die Damen meinen, ich wäre gegen den Club und möchte dass er zu macht….
Weil ich mir schon gedacht habe, dass ich enorme Sprachschwierigkeiten haben werde, wollte ich mich nicht darauf verlassen, dass jemand vom Club übersetzt sondern habe mich im Club mit einem Kunden verabredet, von dem ich weiß, dass er rumänisch spricht und auch ungarisch und moldawisch mir weiterhelfen kann beim Übersetzen.
Ich hab mich etwas mit ihm unterhalten und er hat mir sehr viele Infos über die rumänische Mentalität gegeben. Er ist schon lange mir einer Rumänin verheiratet, die er in Rumänien kennengelernt hat. Da ich die rumänischen Kolleginnen weder überrennen wollte mit meinem Interesse noch sie bedrängen mit mir zu sprechen, hab ich mich zunächst einmal aufs beobachten beschränkt und mich alleine nochmal auf Tour durch den Club gemacht.
Mir viel auf, dass die Mädchen kleine Gruppen bilden und sich lautstark unterhalten… Männer einzeln oder zu mehreren sitzen dazwischen, können dem Palaver aber selten folgen, da es in einer Mischung aus ungarisch und rumänisch stattfindet. Mein „Dolmetscher“ hat mir als Info gegeben… die Gruppen der Mädchen bilden sich selten, bis gar nicht gemischt….Die Damen sind fast alle aus Rumänien, aber in Rumänien gibt es eine Minderheit die ungarisch spricht. Die Gruppen bildeten sich also aus Mädchen, die sich rumänisch, und Mädchen die sich ungarisch unterhielten. Er sagte mir auch, dass ich Gesprächsthema bin und eine Mischung aus Neugier, Angst und Ablehnung die Gespräche bestimmt. Mein Weg führte mich weg vom Partyraum hoch in die Arbeitszimmer… dort herrschte wenig Betrieb… etwas weiter hinten hörte ich plötzlich energisches Geschimpfe….habe mich dann diskret vor den Vorhang gestellt und durch einen Spalt beobachtet, wie ein zierliches Mädel sehr energisch einem Gast klar machte, dass ihr nicht passt, wenn er sie anspritzen möchte..Scheinbar hatte er sie während dem Blow Job (mit Gummi)gefragt, ob er ihr ins Gesicht spritzen kann….Sie: Du nix mein Gesicht.. ich nix wegputzen basta. Er lies nicht locker und hat versucht sie zu drängen. Daraufhin hat sie ihm den Gummi runtergezogen und ist weg. Sie hat ihn einfach stehen lassen (unfertig;.))und sich um einen anderen gekümmert… Da hab ich sehr schmunzeln müssen… sie haben mich nicht bemerkt… der Mann hat natürlich gemosert und gemeint sie sei eine Schauspielerin.. ist aber von dannen gezogen zum duschen. Hm , also ablehnen können die Kolleginnen jederzeit, ohne Probleme und das tun sie auch energisch, wenn ihnen etwas nicht passt. Auf meinem Rückweg nach unten (ich war immer noch alleine unterwegs ) war in den Zimmern nichts besonderes oder Außergewöhnliches…

Mädels die ihren normalen Job gemacht haben, ich habe keinen groben Mann beobachten können, eher im Gegenteil…Sie fragen im Partyraum und auf den Gängen ganz leise und schüchtern… hast du Zeit und die Mädels gehen entweder mit oder sie sagen jetzt nicht… wobei diese Ablehnung meist erst durch Körpersignale ausgedrückt wird, indem sie sich Händen(Berührungen), die ihnen zu weit gehen entziehen.. wenn der Mann das nicht kapiert, dann wird er an den Händen gefasst und sie tanzen mit ihm… tanzen ihn an, lächeln und versprühen Freundlichkeit, ähnlich wie man Gastfreundschaft in ihrem Land ausdrückt…da herrscht dann zusammenhalt, denn andere Mädels gesellen sich dazu und tanzen, lachen und flirten, nehmen Gäste bei den Händen, animieren sie zum tanzen singen und klatschen…
Mir fehlen da irgendwie die Vergleiche, aber als ich einmal bei einer rumänisch/deutschen Hochzeit war, war es ähnlich .. es wurde freundlich versucht alle anwesenden zu integrieren…. Mittlerweile hatte sich sie Stimmung etwas entspannt, die Mädels waren ausgelassen alberten herum und animierten die anwesenden Herren durch erotische Bewegungen….zupften bei dem ein oder anderen am Badetuch was auch allen Seiten Gelächter auslöste….
Die Jungs fühlten sich sichtlich wohl bei dem Interesse, das ihnen die Mädels schenkten… jeder wurde mit einbezogen….plötzlich Gekreische, dann das erste Lied auf englisch an diesem Abend… Die Mädels setzen sich mit den Gästen rund um die Tanzstange,ich wurde in einen Sessel, mit guter Sicht zur Stange, buxiert. Es war das Zeichen für den ersten Showauftritt an diesem Abend….Zwei sehr hübsche Damen zeigten eine wirklich wunderschöne „Lesbenshow“, bei der aber alles nur angedeutet wurde , an der Stange. Das sah hocherotisch aus! Die anderen Mädchen unterstützten ihre Kolleginnen durch Zwischenapplaus und durch Zurufe… die Männer waren dazu nicht mehr wirklich in der Lage, da bei den meisten der Mund offen stand, aber ab und zu kamen Anfeuerungspfiffe und Klatschen…. Schmunzel
War nett zu beobachten, hat mir sehr gefallen, ich hab mitgeklatscht und mitgesungen…. Scheinbar hatten die Gespräche von meinem „Dolmetscher“ inzwischen Wirkung gezeigt, denn die Mädchen haben ihn , als ich alleine war immer wieder neugierig gefragt, ob ich seine Frau sei, was ich hier will, warum ich da bin… er hat ihnen geduldig mein Anliegen erklärt…. Habe mich im Vorfeld zwei Stunden intensiv mit ihm unterhalten und ihm genau erklärt, was ich da möchte….Mir vorurteilsfrei meine eigene Meinung bilden, sehen wie das Arbeiten da ist und wie es den Mädels dabei geht, erfahren, wie sie sich fühlen, wie die Männer sich verhalten , Mit ihnen reden, ihre Sicht der Dinge erfahren…
Erste zaghafte Gespräche entwickelten sich… plötzlich sprachen einige Damen doch deutsch…beantworteten einzelne Fragen…
das ist ein guter Job, wenn hier zu ist, dann verdiene ich kein Geld mehr…, sie hatte vorher in einem FKK Club in Gießen gearbeitet…. Aber nichts verdient auf Grund ihres Aussehens (ein sehr nettes, aber eher unscheinbares Mädel). Hier muss sie nicht auf die Männer zugehen, hier fragen die Männer….das ist besser lacht sie mich an…
ein anderes Mädel redet sich etwas in Rage… warum ich will, dass hier zugemacht wird, warum ich ihr ihren Job wegnehmen will… sie scheint da etwas falsch interpretiert zu haben, die umstehenden Mädchen reden auf rumänisch auf sie ein… sie winkt ab,schimpft und geht weg….Achselzucken und zweifelnde Blicke, die ich nicht deuten kann…Ich kann sie verstehen, zwar nicht sprachlich, aber gefühlsmäßig…. Sie haben scheinbar dort etwas gefunden, das ihnen und ihrer Mentalität sehr nahe kommt…
eine kleine quirlige Dunkelhaarige sagt… weißt du, wir sind hier wie eine Familie… wir essen zusammen zwei mal am Tag, wir machen vieles zusammen, wenn ein Mann nicht nett, dann alle ignorieren ihn( daher wohl einige sehr negative Berichte)wir tanzen is wie Party…
eine weitere mischt sich ein in gebrochenen Deutsch… hier jeden Tag Geld, wenn ich da bin, ich nix toll aussehen, aber Männer ok, ich arbeiten…dann stehen sie auf und tanzen wieder mit einzeln herumstehenden Männern… na ja sieht tolpatschig aus bei den Herren, als sie versuchen sich wie die Mädchen zu bewegen…
Mein „Übersetzer“ sitzt an der Bar und ich gehe zu ihm…. Wieder bekomm ich „Nachhilfe“ in rumänischer Mentalität und Verhalten…Einer der Männer neben uns zeigt plötzlich sehr intensives Interesse an mir… als er merkt, ich bin Deutsche ist er sehr verunsichert…fragt mich ob ich wirklich hier arbeite…ich antworte wahrheitsgemäß, ja, bin zur Probe da und lächel ihn an…der ist so verdattert, dass er zwar meinen Busen mit beiden Händen kurz anfasst, sich dann aber trollt… was mit einem tiefen Lachen an meiner linken Seite quittiert wird…
Na prima… , auch das Mädel neben meinem lachenden Dolmetscher lacht laut mit… Er fragt sie, ob ich ihr Fragen stellen darf…. Sie spricht kein Wort deutsch…sie kommt mit in den Speiseraum
Unten wieder die Gruppenbildung der Mädchen… ungarisch sprechende Tischnachbarn und rumänisch sprechende… und dazwischen Tische an denen Gäste zusammensitzen und sich unterhalten…Wir gehen an einen einzelnen Tisch und ich frage sie, über meinen Dolmetscher, wie sie erfahren hat, dass sie hier arbeiten kann….Ich wusste gar nicht dass der Satz in rumänisch so lang ist… aber scheinbar musste er ihr erklären, wie ich das meine, denn die ersten Antworten die kamen, haben meine Frage nicht beantwortet…
Sie sagte sie arbeitet im Pussy Club, ja das ist ein Job.
Ich habs dann mit Vorgaben versucht, die übersetzt wurden… Aus der Zeitung, von Freundinnen, Anruf… wie????
Dann die Antwort übers Internet….Mein Gefühl sagt mir, dass das so nicht stimmt, aber ich sage nichts
Noch eine Frage… wo sie vorher gearbeitet hat…. Antwort nein nur im Pussyclub…auch hier hab ich das Gefühl , dass dies nicht stimmt, denn meine beurteilen zu können, dass sie den Job schon länger macht… trotzdem nehm ich es einfach als gegeben…
Bekommst du dein Geld täglich, wöchentlich, monatlich ???
Antwort .. jeden Abend
Gehst du mit jedem Mann??.. sie schüttelt den Kopf, dann sagt sie aber ja… hm
Ich sollte rumänisch sprechen lernen…dann wärs vielleicht einfacher, denn ich bin mir nicht sicher ob sie richtig verstanden hat, was ich wissen möchte….
Einen Tisch weiter sitzt eine Gruppe von Mädchen beim Essen als eine plötzlich zornig wird.
Sie fährt mich an, ich soll endlich gehen… sie mag mich nicht…. sehr direkt, aber ok
Ich versuche mit ihr zu reden und frage freundlich ob sie mich verstehen kann… damit provoziere ich sie scheinbar unbeabsichtigt noch mehr…nein, weil ich bin ja dumm und ungebildet… hau ab…ich habe Kinder zuhause, die haben Hunger….auf rumänisch versuchen die anderen Mädels sie zu beschwichtigen

Sie lässt sich nicht beruhigen und ihre ganze Wut und ihr aufgestauter Zorn entläd sich
Wenn hier zugemacht wir, dann setzt sie ihre Kinder dem Bürgermeister vors Rathaus( mein Dolmetscher übersetzt mir ihren Redeschwall mit dem sie mich anfährt), dann bringt sie sich um, weil sie nicht mehr weiß was sie dann tun soll… sie wird immer lauter.. andere Mädels kommen, einige gehen weg…immer wieder versuche sie sie zu beruhigen… ich sitze da und höre ihr zu, obwohl ich nichts verstehe…immer wieder ein paar Brocken in deutsch… ich soll weggehen, sie braucht mich nicht , ich muss nicht für die kämpfen, das kann sie alleine…
Ich soll sie anschauen, sie hat kaputte Zähne, hier ist das den Männern egal… im FKK Club hat sie nichts verdient, wusste nicht wie sie den Eintritt zahlen soll.. hier hat sie jeden Abend Geld, das sie zu Leben braucht….dann geht sie immer noch vollkommen aufgewühlt…
Mir tut es leid, sie so gereizt zu haben, bin mir aber eigentlich keiner Schuld bewusst….nehms auch nicht persönlich, hab ich doch ihre Angst gespürt, dass sie nicht mehr hier arbeiten kann, dass ihr diese Möglichkeit genommen wird… Ihre Verzweiflung war unübersehbar….
Eines der Mädchen fragt mich ob ich jetzt gegen den Club bin…..
Ich schüttle den Kopf und sage nein…. Bin ehrlich a bisserl sprachlos und erschüttert….
Die Mädchen gehen nach oben und als wir auch nach oben kommen, sind sie schon im Partyraum und tanzen…Bei der Musik und beim Flirten mit den Jungs scheinen sie in ihrem Element zu sein…Mir ist die Musik zu laut und ich geh nochmal durchs Haus…auf der Terrasse sitzen einige Männer und unterhalten sich über ihre Berufe.. andere sind beim Massieren…. In den Zimmern herrscht Betrieb…ab und an landet eine Hand auf meinem Busen oder meinem Po…mit einigen Gästen komme ich ins Gespräch, aber mit in ein Zimmer bin ich nicht, obwohl sich doch der ein oder andere getraut hätte…. Grins und das bei meinem dominanten Blick….
Ich geh wieder zum Partyraum, diesmal wird ich von den Mädels hergewunken, sie machen einen Platz frei auf der Couch… Jetzt Show, musst du sehen!
Irgendwie hab ich das Gefühl, sie verstehen, dass ich mir nur einen persönlichen Eindruck verschaffen möchte und nicht gegen sie bin
Die Show beginnt.
Eines Mädchen tanzt, macht akrobatische Vorführungen an der Stange, Kopfüber….wirklich eine Augenweide zuzusehen. Der Mann, der da nicht verrückt wird, den möchte ich sehen… ich bin mehr als begeistert und sage das auch mehrmals…sie tanzt mit Leidenschaft und alle hängen mit en Augen an ihren Bewegungen… ich bin fasziniert….
ein Mädel bleibt nach der Show bei mir auf der Couch, wir unterhalten uns in englisch…
Sie erzählt mir dass sie viel gelernt hat in Rumänien, aber da kein Geld verdient… Sie mag den Job als Prostituierte, verdient gutes Geld, hat in ihrer Wohnung alles was sie mag, geht gerne shoppen, zeigt mir ihre Fingernägel, sie spart, will 2 Kinder, nach Italien gehen….
Sie ist so alt wie meine Tochter….wie die meisten der Mädels hier…..
Wenn der Job hier weg ist, was soll sie tun… dann hat sie kein festes Geld mehr…sie geht dann zu ihrer Mutter die in Italien lebt… die ist ihr sehr wichtig…
Plötzlich geht das Licht an… Musik aus…2h …..Feierabend…
Die anwesenden Herrn gehen zügig zum Umziehen…., die Mädels auch…

Ich steh auch auf und zieh mich um… am Ausgang die monotone Stimme der Chefin…. Handtuch in den Korb, Schuhe in den anderen Korb ,Schlüssel hier abgeben
Sie fragt mich nach meinen Eindrücken…und ich gebe ehrlich zu, verwirrt zu sein…
In meinem Kopf ist ein Blitzlichtgewitter von dem was ich gesehen habe, was irgendwie in Diskrepanz zu dem steht was ich gelesen habe und was mir Mädels erzählt haben, die nicht in einem Pussyclub arbeiten…. Ich gehe zum Auto… sehr nachdenklich….

Meine Anmerkungen….

Die Geschäftsführerin des Pussy Clubs Feldbach hat sich sehr freundlich und offen mit mir unterhalten….ob das alles stimmt, kann ich nicht beurteilen, ich habe es so wiedergegeben, wie sie es mir gesagt hat…


was mich positiv überrascht hat…
nach dem Interview, kam ein Anruf von Frau Henning von Dona Carmen. Frau Henning hat Frau Floreiu aufgefordert mir den Aufenthalt zu verweigern, bis sie mit mir gesprochen hat…
telefonieren wollte Frau Henning nicht mit mir. ich sollte persönlich zu ihr kommen….????
Abends um 22h fahr ich 400 km nach Frankfurt…ganz bestimmt…
Gegen die Empfehlung( mir kams eher wie eine Anordnung vor) von Frau Henning hat die Geschäftsleitung beschlossen, mich nicht wegzuschicken und mir den Zugang zu gewähren!

Bei den Gesprächen mit den Mädchen konnte ich mich manchmal nicht des Gefühles erwehren, sie arbeiten nicht gerne so, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass sie gezwungen werden…
Es machte den Anschein, als ob manche sich für diesen Job schämen……aber er wäre immer noch besser als keine Arbeit oder arbeiten und kaum Geld dafür zu bekommen.
Sie fühlen sich nicht ausgebeutet, denn ihnen ist das Feste Tagesgeld lieber, als das Risiko nichts zu verdienen…..
Freiwillig wird keine sich diesen Job wegnehmen lassen, das haben sie ganz deutlich gemacht…..
An diesem Dienstag waren nicht so viele Männer da…es waren ca 60 -70 Mädchen und ca 50 Herren…. Das Haus ist so weitläufig, dass man das schlecht schätzen kann… auf alle Fälle waren es mehr Frauen als Männer( deshalb werd ich ein zweites Mal an einem Samstag dahin gehen, wenn es erlaubt wird) ich gehe davon aus, dass in diesem Fall die Frauen etwas entspannter mir gegenüber sind, weil ich schon mal da war….
Sie haben erzählt, dass sie im Durchschnitt so 6 bis 10 Zimmer pro Schicht haben….
Auch hier gilt, was sie mir erzählt haben kann ich schlecht werten….da ich nicht sagen kann ob es der Wahrheit entspricht,
Was ich allerdings deutlich empfunden habe ist ihre Angst, dass sie nicht mehr dort arbeiten können.
Sie kamen mir nicht angespannt vor, manche eher a bisserl Müd, so wie ich auch nach einem langen Tag.
Es sind durchaus sehr intelligente Mädchen unter ihnen, wie auch einfachere…
mit den Männern “spielen” sie auf eine ihnen eigene Art und die genießen das…. An diesem Dienstag ging es eher zu wie in einer Disco, tanzen, lachen, flirten, bei der dann nebenbei gepoppt wird, als wie in einem Bordell.

Meiner Meinung nach hätten dort inländische Kolleginnen keine Chance in den engen Verbund der Mädchen zu kommen….Sie wären sicher enine Mischung aus freundlich aber sehr abweisend.

Ich denke mal, das Flatrate Clubs durchaus eine Berechtigung haben, und es auch ein Arbeitsplatz für inländische Kolleginnen wäre, allerdings nicht in einem Club, der von ausländischen Kolleginnen dominiert wird. Bei einer ausgewogenen Mischung müsste es ähnlich gut gehen, wie in den FKK Clubs….

sich die derzeitige politische Diskussion vor allem an der agressiven Werbung entzündet.

Wenn ich mir vorstelle, dieser Hummer, beklebt mit der selben Shockwerbung wie auf der HP, und zusätzlich drei leicht bekleidete Mädchen auf dem Auto abgebildet, fährt hier duch Regensburg….ich müsste meinem 11 Jährigen Sohn erklären, was ein Pussy Club ist und ich kann nicht sagen, das ist ein Tierschutzclub für Katzen…da er lesen kann was da steht….
ganz ehrlich, ich würde auch Sturm laufen…
So bedient man eher Klischees, als dass man Vorurteile abbaut.

Auch die Diskrepanz zwischen Werbeaussage und dem tatsächlichen Geschehen ist sehr groß, was zu falschen Vorstellungen bei manchen Männern führt…
Die Mädchen werden dafür bezahlt, dass sie die Männer unterhalten, mit ihnen Party machen, tanzen, Shows, sich anfassen lassen und aufs Zimmer gehen…..
Die Männer gehen davon aus, dass sie den ganzen abend dauerpoppen können…lassen sich aber von den Mädchen auf der Tanzfläche davon ablenken…und bekommen lange nicht das, was sie vorraussetzen….

Durch die Sprachschwierigkeiten hatte ich manchmal beim beobachten der Grüppchen an den Tischen das Gefühl, die Männer kamen sich vereinzelt sehr verloren vor… weil die Mädels viel miteinander geredet und gelacht haben…daher auch die schlechten Berichte…
Guten Service , im Sinne von großer Motivation kann man nicht wirklich erwarten… sie machen halt ihren Job, wobei sie sich schon die Schnuckelchen unter den Gästen herauspicken und da durchaus “lustiger” sind als bei anderen…
Prolls ignorieren sie einfach…. die kommen nicht zum Zug…
bei älteren, dickeren oder weniger attraktiven Gästen machen sie nur den Job, wenn Männer aber sehr freundlich sind, dann bemühen sie sich auch hier etwas….

Tanja_Regensburg

Die Diskussion über den Bericht findet unter http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4900 statt.

Wir möchten dem Pussy Club Feldbach und den dort arbeitenden Damen für den Blick hinter die Kulissen unseren Dank aussprechen!

 
 
 
 
 
 
 

TREFF 188 Frankfurt am Main - keine Empfehlung!

Leider erhalten wir auf sexworker.at immer mehr Beschwerden über den Swingerclub - Treff 188 in Frankfurt am Main. SexarbeiterInnen berichten von äußerst undurchsichtigen Abrechnungsmethoden und von Versprechungen, die in der Realität nicht eingehalten werden.

Anfragen - ob telefonisch oder per Mail - werden ignoriert, bzw. wird zu den genannten Vorwürfen ausweichend reagiert.

Wir halten es für “nicht in Ordnung”, wenn einer SexarbeiterIn zugesagt wird, dass Sie ein Taggeld in der Höhe von € 200,- erhalten würde, wenn dann nur € 100,- ausbezahlt werden! Auch dieser Betrag wird erst am Folgetag ausgehändigt - die uns zugetragene Begründung (damit die Damen am Folgetag auch kommen würden) finden wir äußerst bedenklich!

Weiters lehnen wir die Verrechnung eines Nächtigungsgeldes für SexarbeiterInnen ab, wenn telefonisch im Vorfeld von “kostenloser Übernachtung” im Swingerclub TREFF 188 in Frankfurt/Main Sossenheim, Kurmainzerstr. 188 gesprochen wird. Diese Vorgehensweise ist absolut inkorrekt!

Wir ersuchen nunmehr auf diesem Weg den Betreiber des TREFF 188 - Frankfurt/Main um Stellungnahme!

Bis dahin müssen wir leider allen eindringlich SexarbeiterInnen abraten in diesem Club zu arbeiten.

Sollten weitere geschädigte SexarbeiterInnen Kontakt mit uns aufnehmen möchten, könnte Ihr dies über unser Kontaktformular: http://www.sexworker.at/phpBB2/kontakt.php zu jeder Zeit tun. Auch die/der BetreiberInnen des Swingerclubs 188 in Frankfurt/Main ist natürlich herzlich zu einer Stellungnahme eingeladen!

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FLATRATE CLUB - Offener Brief an Bundeskanzlerin und Andere

Auf Grund der öffentlichen Diskussion über Flatrate Clubs haben SexarbeiterInnen, MitarbeiterInnen von Beratungsstellen für SexarbeiterInnen und engagierte Außenstehende einen offenen Brief verfasst - Der Brief ist an folgende Personen gerichtet:

Frau Bundeskanzler Dr. Angela Merkel
Frau Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ursula von
der Leyen
Frau Bundesministerin Brigitte Zypries
Herrn Bundesminister für Arbeit und Soziales Olaf Scholz
Herrn Bundesminister für Wirtschaft Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg
Frau Bundesministerin für Gesundheit Ulla Schmidt
Herrn Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble

Wir - Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter und engagierte Einzelpersonen - verfolgen seit Ende Juni die Debatte um den Pussyclub in Fellbach und ähnliche Flatrate-Angebote.

Die aggressive Werbung dieser Clubs suggeriert, dass hier alle Variationen sexueller Dienstleistungen so oft und so lange, wie der Kunde will, geleistet werden. Diese Werbung gefällt uns auch nicht. So wenig wie Flatrate-Trinken/Essen oder All-Inklusiv-Urlaube mit genussvollem Trinken, Essen oder Urlauben zu tun haben, hat eine Sex-Flatrate mit genussvollem Sex zu tun.

Trotzdem geben wir zu Bedenken:
 Flatrate-Angebote sind zuallererst Werbung, Slogans in Zeiten der Krise, um Kunden zu locken. Schon seit längerer Zeit haben sie im Sexbusiness Fuß gefasst.

Billigangebote verschärfen immer den Konkurrenzdruck.
Dennoch: Reißerische Werbung eines Betreibers und zwischenmenschliche Realität der sexuellen Dienstleistung sind nicht identisch. Auch in der Sexarbeit besteht eine nicht zu vernachlässigende Diskrepanz zwischen Werbebotschaft und Anwendungserleben. Wir würden zu dieser Diskrepanz gern die Betroffenen anhören.
 Eine Gegendarstellung der Geschäftsführerin des Pussy Club Fellbach liegt vor. Sie hebt hervor, dass die bei ihr tätigen Sexarbeiterinnen frei wählen, welche sexuellen Dienstleistungen sie wem und wann anbieten. Sie zahle an sie pauschale Anwesenheitshonorare für die Bereitstellung von Leistung und nicht für deren Erbringung. (siehe Anlage)


Wir möchten uns über diese Einlassung ein Urteil bilden können. Wurde die Betreiberin zu einem Gespräch geladen? Der Presse war zu entnehmen, dass Polizei und Ordnungsamt keine Beanstandungen hatten.
 Es liegt auch ein offener Brief von Sexarbeiterinnen aus Stuttgart, Wuppertal, Heidelberg und Berlin vor. Sie erklären, in den Clubs frei entscheiden zu können, wie lange und wie sie mit dem Kunden Zeit im Arbeitszimmer verbringen möchten. Vorgegeben sei allein die Unterhaltung im Partyraum. Sie seien froh, diesen Arbeitsplatz zu haben, der ihnen ein gehobenes Einkommen ermöglicht. (siehe Anlage) Darüber würden wir gern Genaueres wissen: Wie wurde auf dieses Schreiben  reagiert? Wurde versucht, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen?
 Selbstverständlich müssen Sexarbeiterinnen Kunden ablehnen und Preise bestimmen können. Selbstverständlich sollten auch Arbeitsrechte und Arbeitsschutzvorschriften in der Sexarbeit Anwendung finden. Leider bieten nicht alle Betriebe wirklich gute und sichere Arbeitsbedingungen. Bis heute wurden keine beruflichen Standards festgeschrieben und keine Instanzen, wie beispielsweise Berufsverbände, geschaffen und unterstützt, die solche Standards
entwickeln und ihre Einhaltung kontrollieren könnten. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass Sexarbeit mit Ausbeutung und sexualisierter Gewalt assoziiert wird und nicht mit Erwerbstätigkeit und Markt. Entsprechend
werden die darin Tätigen als Opfer gesehen, nicht als Expertinnen und Experten ihrer Profession. Damit werden ihnen Gestaltungsfreiheit und Kompetenz abgesprochen.
 Wir wünschen uns eine Beteiligung von Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter an der Debatte. Viele von ihnen fordern z.B. klar und deutlich, ein Annahme- und Schaltungsverbot von Werbung für unsichere Sex-Praktiken einzuführen. Sie
fordern auch, Sexarbeit anderen Erwerbstätigkeiten gleich zu stellen oder als freiberufliche Tätigkeit anzuerkennen.
Vor allem fordern Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter Rechte, um gegen Unrecht vorgehen zu können.
Die Kampagne gegen die Flatrate-Angebote argumentiert mit dem diffusen Begriff der „Würde der Sexarbeiterinnen“. Deren Rechte drohen dabei unterzugehen. So wird gefordert, das Prostitutionsgesetz zurück zu nehmen - das erste Gesetz, das Sexarbeiterinnen Rechte zuerkennt.
Solche Forderungen setzen sich über die Köpfe der Beteiligten hinweg. Insgesamt steuert die Debatte in eine Richtung, die zu einer Kriminalisierung der Sexarbeit und zu ihrer Verdrängung in Grauzonen mit erhöhter Vulnerabilität zurückkehrt. Um diese Richtung umzukehren, sollten nicht die bestehenden Rechte bestritten, sondern Wege bereitet werden, diese Rechte auszubauen und abzusichern. Ergreifen Sie die Gelegenheit mit den Beteiligten zu sprechen und sie an einen Tisch zu bringen, um wirkliche Verbesserungen der Bedingungen in der Sexarbeit zu erstreiten.
Laden Sie andere in der Sexarbeit Tätige dazu. Es geht um deren Arbeit und um unsere Solidarität mit ihnen. Solidarität aber verlangt Anerkennung!

Akashe Böhme hat das schon 1994 sehr gut fest gehalten:
„Solidarität heißt eben auch, die anderen mit ihren Problemen und ihrem Selbstverständnis ernst zu nehmen, selbst wenn wir anderer Meinung sind - das schließt jede tyrannische Fürsorge, Bevormundung und insbesondere Objektivierung der anderen aus. Solidarität ist eben etwas ganz anderes als Mitleid, Solidarität verlangt Arbeit und Selbstüberwindung, und das sollten wir gegenseitig von uns verlangen.”

UnterzeicherInnen
- agisra e.V. | Köln
- Amnesty for Women e.V. | TAMPEP-Deutschland | Hamburg
- Anita Glück
- Anita Sommer
- Annette Salinga
- context e.V. | Hamburg, Berlin
- Escort Wien Liebeselfen
- Hydra e.V. | Berlin
- Kassandra e.V. | Nürnberg
- Kober | Dortmund
- Kolleginnen Sperrgebiet | Hamburg
- Madonna e.V. | Bochum
- Marc, Callboy Connection | Frankfurt/Main
- Mimikry/Marikas | München
- Nina- Sexarbeiterin -Admina sexworker.at
- Nitribitt e.V. | Bremen
- Phoenix e.V. | Hannover
- Ragazza e.V. | Hamburg
- Ralf Rötten, Callboy-Berater, querstrich | Berlin
- Roxanne | pro familia Koblenz
- Service e.V. | Nürnberg

- Tamara | Frankfurt am Main

- Ulrike Rothe
-Christian Knappik

- www.sexworker.at - sexworker@yahoogroups.de

und mittlerweile noch viele Andere!

Gelegenheit den offenen Brief zu unterschreiben gibt es hier: http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=4869

Der offene Brief ist hier Downloadbar

 
 
 
 
 
 
 

Mehr Rechte für SexarbeiterInnen

Mehr Rechte für freiwillige Sexarbeiterinnen fordert Gabriele Heinisch-Hosek in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Eva van Raden von der Volkshilfe Wien.


Sie wolle die “Arbeits- und Lebensbedingungen der freiwilligen Sexarbeiterinnen verbessern”, schließlich seien diese “in ihren Rechten nicht so abgesichert, wie es wünschenswert wäre”, so SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek Freitagvormittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Eva van Rahden (Projektleiterin SOPHIE-BildungsRaum für Prostituierte) zum Thema “Mehr Rechte für freiwillige Sexarbeiterinnen!”. Sie fordere eine eigene arbeits- und sozialrechtliche Absicherung der freiwilligen Sex-arbeiterinnen sowie eine Vereinheitlichung der Ländergesetzgebung im Bereich Sexarbeit, so Heinisch-Hosek. Weiters seien die Beratungs- und Informationszentren auszubauen, so Heinisch-Hosek, die auch für eine “klare Trennung zwischen sexueller Ausbeutung und freiwilliger Sexarbeit” plädierte.

Eine weitere zentrale Forderung sei die Aufhebung der Sittenwidrigkeit, so die SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin, die betonte, dass Sexarbeiterinnen aufgrund der Sittenwidrigkeit weder ein Dienstverhältnis als Sexarbeiterinnen eingehen, noch als selbstständig Tätige ihr Honorar einklagen können. Sie sei hier im Gespräch mit Justizministerin Maria Berger, so Heinisch-Hosek. Angesichts des Umstands, dass 70 - 80 Prozent aller Sexarbeiterinnen in Österreich Migrantinnen sind, gelte es, eine gesetzliche Absicherung für Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund zu schaffen. Heinisch-Hosek erinnerte hier auch daran, dass ein sofort wirksamer eigener Aufenthaltstitel den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen würde - und so auch einen “deutlichen Rückgang der Notwendigkeit, sich als Sexarbeiterin Geld zu verdienen”, mit sich brächte. Sie werde in dieser Angelegenheit “nicht müde werden, Minister Platter an eine Verbesserung der Situation zu erinnern”, bekräftigte Heinisch-Hosek.

Sie wünsche sich aber auch die Erstellung relevanten Datenmaterials, schließlich fehlten statistische österreichweite Erhebungen (etwa zur Zahl der legal tätigen freiwilligen Sexarbeiterinnen, Alter, Geschlecht, Nationalität), so Heinisch-Hosek. Um die Sexarbeit zu entstigmatisieren, seien weiters Sensibilisierungs- und bewusstseinsbildende Kampagnen notwendig. Zudem sollten “die Kunden absolut nicht aus der Verantwortung gelassen werden” - so sollten sich die Kunden vergewissern müssen, dass “die jeweilige Sexarbeiterin ihrer Tätigkeit freiwillig und nicht illegal nachgeht und/oder minderjährig ist”, so Heinisch-Hoseks Forderung. Es sei “gut, dass eine politische Auseinandersetzung mit dem Thema Sexarbeit stattfindet” - allerdings sei diese “äußerst sensibel” zu führen, ergänzte die SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin.

Ebenso wie Heinisch-Hosek plädierte auch van Rahden für eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung für freiwillige Sexarbeiterinnen, schließlich sei klar, “dass ab dem Moment, da Sexarbeit als Arbeit gilt, auch über bessere Arbeitsbedingungen gesprochen werden kann”.

http://www.volkshilfe-wien.at/online/page.php?P=101687

http://www.sexworker.at/

Gesetz Nachrichten Lokal Nachrichten National Prostituierte Rechte Sexarbeit
 
 
 
 
 
 

Tschechien - Webcams sollen Freier verschrecken

Tschechien: Webcams gegen Prostitution

Im Kampf gegen Prostitution will eine tschechische Stadt Webcams vor Bordellen installieren und die Aufnahmen veröffentlichen.

Die nordböhmische Stadt Dubi bei Teplice (Teplitz), die als Prostitutions-Hochburg gilt, will ab August Web-Kameras vor den Bordellen installieren und die Aufnahmen auf einer Internet-Seite veröffentlichen.

Für die Freier wird damit das Risiko größer, dass ihre Seitensprünge entdeckt werden, berichtet der tschechische Online-Nachrichtenserver “Novinky” am Montag.

Der Bürgermeister von Dubi, Petr Pipal, hofft, dass das Rotlicht-Milieu schrittweise ihre Kunden verliert. Da Deutsche einen beträchtlichen Teil der Freier stellen, werden großflächige Plakate in deren Muttersprache entlang der Straße E-55 affichiert.


In Dubi mit seinen 7.700 Einwohnern waren in den 90er Jahren Dutzende Bordelle entstanden. Dutzende Prostituierte hatten auch auf der E-55 ihre Dienste angeboten. Durch die neue Autobahn zwischen Nordböhmen und Sachsen blieben allerdings zuletzt viele Kunden aus. (APA)

die Presse

—————————-


Prostitution: Webcams sollen Freier in den Sexklubs von Dubí abschrecken
Warnplakate in deutscher Sprache an der E55, Verbot des innerstädtischen Straßenstrichs

Prag - Im nordböhmischen Dubí (Eichwald) will man neue Wege im Kampf gegen das Geschäft mit dem käuflichen Sex gehen.

Ab August sollen zwei Webkameras das Geschehen in den beiden Straßen überwachen, in denen sich die meisten Sexklubs befinden und das Geschäft mit der Prostitution floriert, berichtet die in Prag erscheinende Tageszeitung Právo.

Die Aufnahmen der Kameras sollen live im Internet zu sehen sein. Bürgermeister Petr Pípal (ODS) hofft, dass der Nachtklubbesuch für die überwiegend deutschen Gäste so „unattraktiver“ wird, da die Gefahr bestünde, dass beispielsweise die Ehefrau den bezahlten Seitensprung ihres Mannes im Internet verfolge.

Auf die Möglichkeit, mittels der Kameras als Sextouristen entlarvt und öffentlich gemacht zu werden, sollen deutsche Freier auf großen Plakatwänden an der E55 in deutscher Sprache hingewiesen werden. Zudem soll eine Medienkampagne in Deutschland auf die Risiken des Sextourismus in Tschechien hinweisen.

Seit 1. Juni gilt in Dubí außerdem eine Verordnung, die das Anbieten oder Inanspruchnehmen von Sexdienstleistungen im öffentlichen Raum auf dem Gebiet der Stadt untersagt. Die Straßenprostitution habe seither im Zentrum tatsächlich stark abgenommen, so Pípal.

Tschechien Online, 9.7.2007
Tschechien Online

Eure Kommentare bitte unter Sexarbeit International im Sexworker Forum

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Ein Leserbrief über Geheimprostituierte in Wien

 Soeben hat die Redaktion ein weiterer Leserbrief über Geheimprostituierte in Wien von John:Doe:Says erreicht.

Ich möchte wieder ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Leserbrief nicht aus der Feder des Sexworker Zeitungsteames kommt! Ich selbst, als Admin des Sexworker Forums sehe die Angelegenheit auf die sich das Schreiben bezieht sehr wohl als problematisch an. Bin jedoch davon zutiefst überzeugt, dass es nur eine einzige Lösung für dieses Problem geben kann:

Man muss den Beruf der Prostituierten gesetzlich anerkennen. Man muss die Sexarbeit aus der Illegalität führen! Der Gesetzgeber muss Standards schaffen, die nachvollziehbar und auch erfüllbar sind! Nur durch die Aufhebung des derzeitig geltenden Graubereiches (Prostitution ist in Österreich noch immer sittenwidrig!) wird es möglich sein Willkür zu verhindern.

nun zum eigentlichen Leserbrief:

john:doe:says…..

DIE ZEITEN WERDEN HÄRTER

Wien ist wirklich anders, besonders wenn es um registrierte Sexworkerinnen geht…… nicht registrieren Geheimprotituierten passiert wiedermal nichts….

Mit einem Kopfschütteln und einem Kopfnicken habe ich folgende Geschichte(n) gehört und am Rande miterlebt…..

Seit Juni angeblich neu und schon mit aller Härte durchgeführt - registrierte Prostituierte die die wöchentliche Gesundheitskontrolle verpassen - dürfen laut den neuen Regeln nicht mehr arbeiten und zwar so lange bis die Untersuchung nachgeholt wird. Dazu kommen noch relativ saftige Geldstrafen und der Einzug der Karte bis zum nächsten Kontrolltermin.

So weit so gut: ::Kopfnicken::
Kontrollen sind vorgeschrieben, müssen durchgeführt werden, dienen auch zur Erhaltung der Gesundheit von Mädchen und Kunde…..

ABER ::Kopfschüttel::
Warum straft man wiedermal diejenigen die sich regisrtiert haben, die wenn auch mal schlampig und nicht jede Woche - aber doch regelmäßig die Kontrolluntersuchung über sich ergehen lassen.
WEIL SIE GREIFBAR SIND - Weil man Prostituierte in Wien nach wie vor schikanieren will!?, weil man ja die Geheimprostituieren nicht einfach in einem Studio, Club, Bar antreffen und so easy kontrollieren kann.
Warum gehen alle immer den Weg des geringsten Widerstandes von Seiten der Behörden - die Legalen werden bestraft die Illegalen können tun und lassen was sie wollen, ungeniert inserieren, ungeniert keine Steueren zahlen ungeniert preisdumpen usw…..

Strafen - sollte man schön langsam auch die, die wirklich eine Gefahr darstellen - und das sind nicht Prostituierte die mal eine Untersuchung spritzen, sondern die Illegalen Alles OHNE Anbieterinnen, die Illegalen sogenannten Hobbynutten und die gewerbsmäßig organisierten Wohnungsprostituierten die sich als Hausfrauen und Hobbynutten bezeichnen.

Doch wie es in dieser schönen Stadt so üblich ist werden wiedermal die falschen bestraft und gedemütigt….

Danke - Danke - es ist wirklich sch…. in dieser Stadt zu sein
Macht endlich etwas gegen Geheimprostitution und lasst die ofiziellen Prostituierten endlich mal in Ruhe…..

das meint john:doe:says

Weitere Leserbriefe /unter Anderem auch von john:doe:says findet Ihr auf der linken Seite unter “Rubrik Leserbriefe”

Gesetz Information Leserbriefe Lokal Prostituierte Österreich
 
 
 
 
 
 

Hypovereinsbank Vorstand diskreditiert SexarbeiterInnen

Der Vorstandsvorsitzende der Hypovereinsbank Herr Dr. Weimer glänzte am Rande einer Bankertagung mit einer sehr zweifelhaften Äußerung, die unseres Erachtens nicht unwidersprochen bleiben darf. Wir fänden es gut, wenn mehr SexarbeiterInnen auf Diskriminierung unseres Berufsstandes von Personen die in der Öffentlichkeit stehen und Meinungsführer und Multiplikatoren sind, mit öffentlichen Protesten reagieren würden.

Auf Grund der verbalen Entgleisung des Vorstandvorsitzenden der Hypovereinsbank, Herrn Dr. Weimer hat unsere UserIn Hanna (verifizierte SexarbeiterIn) einen offenen Brief verfasst, den wir, das Sexworker Forum, gerne unterstützen möchten:

Hanna H.

…. Leipzig

offener Brief an:

Hypovereinsbank

Herrn Dr. Theodor Weimer
- Vorsitzender des Vorstandes -

am Tucherpark 14
80538 München

Leipzig, 12.9.09

Sehr geehrter Herr Dr. Weimer,

in der Süddeutschen Zeitung vom 11.9. auf Seite 26 (Arikel: in der Männergruppe) werden Sie mit folgender Äußerung zitiert:

“Nur Kriminelle und Prostituierte haben ein schlechteres Image als wir”.

Sollte diese Äußerung von Ihnen tatsächlich gefallen sein, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß ich als freie, selbstbestimmte und steuerzahlende Sexarbeiterin mich energisch dagegen verwahre, auf diese Art mit Kriminellen in einen Topf geworfen zu werden. Über die moralischen Qualitäten von Bankvorständen will ich mich hier nicht auslassen, gebe aber zu bedenken, daß der Freieranteil in den von Männern dominierten Vorstandsetagen der Großbanken sicher nicht geringer ist als im Durchschnitt der Bevölkerung, so daß sich obendrein auch noch der Eindruck von Doppelmoral und Heuchelei ergibt.

Leider tragen Sie mit solchen unbedachten und beleidigenden Äußerungen dazu bei, das immer noch in der Gesellschaft vorhandene schlechte Image unseres, übrigens seit 2002 rechtlich anerkannten Berufs unnötig zu zementieren. Als langjährige Kundin der Hypovereinsbank nehmen Sie bitte zur Kenntnis daß ich nicht zuletzt aufgrund dieser Äußerung mein Geschäftskonto zur Konkurrenz verlagern und andere SexarbeiterInnen davon in Kenntnis setzen werde, es sei denn Sie entschuldigen sich oder dementieren diese Äußerung.

mit freundlichen Grüßen

(gez. Hanna H.)

Wir, die Gemeinde von sexworker.at schließen uns vollinhaltlich an die im offenen Brief an den Vorstand der Hypovereinsbank zum Ausdruck gebrachte Meinung von Hanna H. an!

Die Diskussion zum Thema: http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=5213

 
 
 
 
 
 

Sicherheitstipps für SexarbeiterInnen - Safety First For Sex Worker

Das Sexworker Forum ersucht um Eure Mithilfe bei unserem neuen Projekt SICHERHEITSTIPPS für SEXARBEITERINNEN bzw. Safety First For Sex Worker. Es sollen auf einer neuen Webseite, welche unter http://www.sexworker.at/sicherheit erreichbar ist Tipps bzgl. Sicherheit in allen Bereichen der Sexarbeit, also Straßenstrich, Escort, Bars bzw. Studios, Wohnungsprostitution usw. veröffentlicht bzw. zum kostenlosen Download angeboten werden.

Wir ersuchen Euch kurz einen Blick auf die Seite zu werfen und mitzuhelfen fehlende (oder etwa fehlerhafte) Informationen zu ergänzen bzw. zu verbessern. Helfen wir mit unseren Erfahrungen in der Sexarbeit mit, dass die Sexarbeit sicher bleibt.

Einen kleinen Vorgeschmack auf unser Projekt könnt Ihr in unserem faltbaren PDF zum Selbstausdruck (und verteilen) bekommen. Download: PDF-Sicherheit für Sexarbeiter - Safety for Sex Worker

Eure Vorschläge bezüglich Sicherheitstipps bitte im Sexworker.at Sicherheitsforum posten

Herzlichen Dank für Eure Mitarbeit

Marc of Frankfurt, Lovara und Christian (Admins www.sexworker.at)

Allgemein Aussteiger Bordell Callboys Einsteiger Forum Gesundheit Information Insider intern Nachrichten International Nachrichten Lokal Nachrichten National Prostituierte Report Rotlicht Sexwork Tipps Werbung Zeitung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Eindrücke einer Amtshandlung - SexarbeiterIn erstattet Anzeige

SexarbeiterIn erstattet gegen einen “Kunden” Anzeige wegen Leistungsbetrug

Gestern hatte der Verfasser dieser Zeilen Gelegenheit bei einer Anzeige einer SexarbeiterIn gegen einen “Kunden” wegen Leistungsbetrug dabei zu sein und möchte Euch hier die Eindrücke, die während der Amtshandlung, gewonnen wurden wiedergeben.

Durch Zufall konnte ich bei einer Anzeigenerstattung dabei sein (ich deklarierte mich erst gegen Ende der Einvernahme als Admin von www.sexworker.at und glaube, dass dieser Umstand den Verlauf der Amtshandlung nicht beeinflusst hat).

Kurz zur Fallschilderung: Eine deutsche SexarbeiterIn wird telefonisch zu einem Termin bestellt. Bei dem angeblichen Kunden öffnet eine ältere Frau die Türe und ruft (doch einiger Maßen erstaunt) ihren Sohn hinzu, der auch bestreitet einen “Termin” vereinbart zu haben. Die SexarbeiterIn ruft noch in der Wohnung befindlich die anlässlich der Vereinbarung gespeicherte Telefonnummer an und erhält durch den Anrufbeantworter den Hinweis auf einen Namen. Die beiden anwesenden Leute identifizieren den Namen als den ihres Nachbarn. Auf Grund dessen kann man annehmen, dass sich Jemand einen schlechten Scherz erlaubt hat und eine Scheinvereinbarung mit einer SexarbeiterIn getroffen hat, um seinen Nachbarn in eine peinliche Situation zu bringen.

Man kann über die Qualität dieses Scherzes natürlich geteilter Meinung sein. Nicht geteilter Meinung sollte man jedoch darüber sein, dass hier eindeutig Schaden verursacht wurde. Schaden zu Lasten der SexarbeiterIn, die den Anreiseweg auf sich genommen hat (in dem konkreten Fall mehr als 30 km) und natürlich andere Termine in der Zeit nicht wahrnehmen konnte. Deshalb hat sich die SexarbeiterIn entschlossen, Anzeige zu erstatten.

Nun mein Eindruck: Der vernehmende Kriminalbeamte war absolut freundlich und überaus korrekt! Keine einzige anzügliche Bemerkung - im Gegenteil: Er war offensichtlich bemüht (obwohl durch meine Anwesenheit ein wenig irritiert (wahrscheinlich hielt er mich für den “Freund” der SexworkerIn) die Frau in ihrer Absicht zu bestärken. Auch der Vertreter der Polizei sah dies keines Wegs als Kavaliersdelikt. Er betonte, dass es sein Standpunkt sei, dass diese Dinge absolut nicht in Ordnung sind und zur Anzeige gebracht gehören. Sicherlich sind die Chancen nicht allzu hoch den finanziellen Aufwand abgegolten zu bekommen, aber es würde doch helfen mit Aktionen wie Diesen den Übeltäter das nächste Mal von einer derartigen “Dummheit” abzuhalten. Dadurch würde das Rechtsbewusstsein im positiven Sinne gestärkt und auch andere SexarbeiterInnen in Folge geschützt.

Für mich als Österreicher ein besonderes Erlebnis: Man muss bedenken, dass in Österreich eine Anzeige absolut undenkbar ist. Auf Grund der bei uns noch geltenden “Sittenwidrigkeit” ist es unmöglich den Lohn einer Prostituierten einzuklagen. Es kann nicht genug betont werden, dass es an der Zeit wäre, hier endlich einen Schritt zu setzen, der diesen Umstand beseitigt. Es kann doch nicht sein, dass unsere Gesetzgebung hier die Augen verschließt und nur Versprechungen macht, die sie später nicht einlösen möchte. Ich selbst war auf der 38. Fachtagung Prostitution Ohrenzeuge, wie mehrere hochrangige Politiker ihr Wort gaben, hier positiv einzugreifen. Wir warten und wir hoffen! Doch wir finden auch, dass es schön langsam Zeit wird, dass es auch so ist.

Abschließend gesagt: Hut ab vor der SexarbeiterIn - Hut ab vor der Exekutive - Hut ab vor der deutschen Gesetzgebung - und ein höfliches aber bestimmtes “Bitte” in Richtung der österreichischen Politik! Sexarbeit muss legal werden.

Natürlich könnt Ihr auch hier im Sexworker Forum Eure Meinungen zu diesem Thema posten!

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Börne-Preis für Alice Schwarzer – Doña Carmen protestiert!

Am 4. Mai 2008 wird in der Frankfurter Paulskirche Alice Schwarzer der mit 20.000 Euro dotierte Börne-Preis verliehen. Dies geschieht auf Vorschlag des TV-Moderators Harald Schmidt.

Schwarzer sei „eine Art Vatikan der Frauenbewegung“, witzelt Schmidt. Womit er nicht ganz Unrecht hat: Ebenso wie der Vatikan zeichnet Schwarzer sich aus durch einen hemmungslosen Hass gegen Frauen, die der Prostitution nachgehen. Und ebenso wie die Vertreter des Vatikans unterstützt sie seit Jahren alle Maßnahmen polizeilicher Schikanen gegen Prostituierte. Schwarzer sei „streitlustig“ und agiere „mit Witz und Humor“ – lautet die Begründung für die Preisverleihung. Aber „Witz und Humor“ auf Kosten von 200.000 Frauen, die hierzulande in der Prostitution arbeiten - das kann man kaum jemandem als „Gleichberechtigung“ von Frauen verkaufen, wofür Schwarzer angeblich eintritt.

Nicht Gleichberechtigung, sondern Diskriminierung wird prämiert

Geehrt wird eine Frau, die seit Jahr und Tag ihre journalistischen Möglichkeiten dazu missbraucht, eine rechtlich nach wie vor diskriminierte und gesellschaftlich ausgegrenzte Berufsgruppe, die Frauen in der Prostitution, gezielt herabzuwürdigen, zu stigmatisieren und deren Bild in der Öffentlichkeit mittels ständiger Verbindung von Prostitution mit Gewalt und Kriminalität durch den Dreck zu ziehen.

Und wozu das Ganze? Frau Schwarzer will mehr Rechte und Zugriffsmöglichkeiten für die Polizei, um Prostituierte noch mehr als bisher überwachen und kontrollieren zu lassen. Gemeinsam mit CDU und CSU fordert sie eine Kriminalisierung von Prostitutionskunden - am besten nach schwedischem Beispiel. Das heißt: Bestrafung und öffentliche Demütigung. Das Aufsuchen einer Prostituierten soll - wie in den vergangenen Jahrhunderten - wieder „peinlich“ sein. Die Freierbestrafung ist aber nur ein Schritt auf dem Weg zu einem Berufsverbot für alle Prostituierten. Deshalb fordert Schwarzers EMMA, wie früher die „Förderung von Prostitution“ erneut unter Strafe zu stellen. Deshalb fordert Frau Schwarzer die Rückgängigmachung des Prostitutionsgesetzes von 2002.

Schwarzer ruft nach dem starken Staat, nach verschärftem Strafrecht, nach mehr Repression, fordert mehr Geld für die Polizei und mehr Razzien gegen Prostituierte. Soll das etwa libertär sein? Ist das gesellschaftliches Engagement im Geiste Ludwig Börnes, der aufgrund seiner kritischen journalistischen Tätigkeit mit der Zensur in Konflikt geriet, von der preußischen Polizei drangsaliert und in Frankfurt wie Paris mehrfach inhaftiert wurde?

Es ist natürlich das gute Recht von Frau Schwarzer, gegen Prostitution zu sein. Aber als „Feministin“ die geballte Staatsmacht gegen eine rechtlich diskriminierte und ausgegrenzte Berufsgruppe zu mobilisieren und in Wort und Schrift die Polizei auf Prostituierte und ihre Kunden zu hetzen - das ist das Allerletzte! Genau dazu hat sich Frau Schwarzer verstiegen. Und das ist völlig inakzeptabel.

Dass ein solch fragwürdigen Zielen verpflichteter feministischer Lumpenjournalismus auch noch geehrt wird - dagegen protestieren wir von Doña Carmen, der Interessensvertretung der Prostituierten in Frankfurt/Main. Gerade in einer Stadt, die es vor wenigen Jahren noch für nötig befand, mehr als tausend ausländische Frauen auf ihrem Arbeitsplatz, in den Bordellen, zu verhaften und abzuschieben, in einer Stadt, die es von Amts wegen her für nötig erachtet, Frauen in der Prostitution mit „Platzverweisen“ und angeblich erforderlichen Gewerbescheinen rechtswidrig zu drangsalieren und deren Justiz anschließend die Täter schützt – gerade hier sind wir es leid, dass die Betroffenen auch noch von einer Schreibtischtäterin wie Schwarzer als „emanzipationsfreie Ware“ oder als „billige und willige Ausländerinnen“ verhöhnt und herabgesetzt werden.

Frau Schwarzer, die Frauen und die Juden

Ludwig Börne war jüdischen Glaubens und wurde dafür beruflich und gesellschaftlich diskriminiert. Er starb schließlich im Paris im Exil. Heute steht sein Name stellvertretend für das Leid von Juden, die Ausgrenzung, Unterdrückung und nicht zuletzt eine systematische Vernichtung unter dem Hitler-Faschismus erdulden mussten. Es sollte daher nicht unerwähnt bleiben, dass Frau Schwarzer, die mit dem Börne-Preis geehrt wird, das unermessliche, den Juden zugefügte Leid stets auf eine Stufe gestellt hat mit der gesellschaftlichen Benachteiligung von Frauen, auch in demokratisch verfassten Gesellschaften. Welch eine maßlose Verharmlosung der Greueltaten der Hitler-Herrschaft!

Gegner der Frauenemanzipation bezeichnete Schwarzer als Vertreter der „Herrenrasse“. EMMA und Schwarzer propagieren die These der amerikanischen Therapeutin Judith L. Herman von „den kleinen versteckten Konzentrationslager(n), errichtet von Tyrannen, die über ihre Familie herrschen“. (EMMA, Jan/Febr. 04, S.88) Damit werden Opfer häuslicher Gewalt mit politischen Opfern, letztlich den Opfern des Nazi-Regimes auf eine Stufe gestellt. So genannte „Lustmörder“ bezeichnet Frau Schwarzer als „SS des Patriachats“, was die SS verharmlost.

Immer wieder drängen sich Schwarzer „Parallelen zu 1933“ auf: „Auch damals waren (zunächst) die Juden im Visier - und die Frauen“. Schließlich habe es unter Hitler ein Berufsverbot für weibliche Juristen gegeben. (EMMA, März/April 2002) „Den Gaskammern der Nazis gingen selbstverständlich die Propagandafeldzüge der Nazis voraus, die jüdische Menschen wie Untermenschen gezeigt haben. Und wir Frauen werden heute gezeigt wie Untermenschen.“ (1988: S.49) „Wollt ihr die totale Objekt-frau?“ fragte Schwarzer, Goebbels imitierend, in ihrer PorNo-Kampagne. (1994: S.85) Eine Protest-aktion gegen ihre Zeitschrift kommentierte sie mit den Worten „EMMA verrecke!“, womit sie die Anfeindungen gegen ihre Politik mit der Nazi-Hetze gegen Juden auf eine Stufe stellte. Das meint Schwarzer, wenn sie behauptet „Auschwitz lebt!“

Schwarzer zielt darauf ab, die Frauen „mit anerkannt Diskriminierten, mit Schwarzen oder gar Juden (zu) vergleichen“. (1985: S.200) Das findet sie keineswegs geschmacklos. Denn solche „realistischen Parallelen“ seien nötig „weil oft erst das die Ungeheuerlichkeit der Frauen-‚Normalität’ klarmacht“, so Schwarzer. (1985: S.200) Schwarzer erkannte, „dass auch ich selbst zu einer minderen Rasse gehöre: zu der der Frauen.“ (1985: S.135) Schließlich hätte auch die Frauen einen Genozid vorzuweisen: die Millionen ermordeter ‚Hexen’.

Das Leiden von Mittelschichts-Frauen unter männlicher Ignoranz, von Frauen unter rechtlicher und gesellschaftlicher Benachteiligung mit der Verfolgung der Juden unter dem Hitler-Regime auf eine Stufe zu stellen, die Opfer häuslicher Gewalt mit den Opfern politischer Gewalt unter dem National-sozialismus gleichzustellen, ist eine verantwortungslose Banalisierung der Nazi-Greuel durch Frau Schwarzer. Es ist darüber hinaus eine unerträgliche Instrumentalisierung der Nazi-Verbrechen seitens Frau Schwarzer. Denn sie missbraucht diese, um eine angeblich allgegenwärtige „Männergewalt“ zu dämonisieren und Frauen als stets hilflose Opfer zu präsentieren. Will sie damit etwa ihr eigenes Handeln mit dem Heiligenschein der befreienden Tat versehen und vermarkten?

Dass derart fragwürdiges Vorgehen nun auch noch mit einem nach dem jüdischen Demokraten Börne benannten Preis prämiert wird, offenbart - jenseits aller Geschmacklosigkeit - einen Zustand geistiger Verkommenheit in dieser Republik.

Alice Schwarzer – einst und jetzt

Wir respektieren die Alice Schwarzer von einst, die gegen die Ungleichheit in Geschlechterbeziehun-gen antrat, gegen die Festlegung von Frauen auf die Rolle der Hausfrau und Mutter ihre Stimme erhoben und sich in der Abtreibungsfrage gegen den § 218 engagiert hat. Doch das war gestern. Frau Schwarzer hat längst ihre Positionen und damit auch die Seiten gewechselt.

GLEICHBERECHTIGUNG: 1976 warnte Schwarzer vor dem „Schlagwort Gleichberechtigung“. Im Jahr 2000 galt ihr die „Gleichberechtigung der Geschlechter“ als größter Garant für den Frieden. (2000: S.242) Mit der Möglichkeit, dass Frauen ins Militär könnten, seien hier jetzt „gleichberechtigte Verhältnisse“ geschaffen. (2002: S.360) Dann kann der Weltfrieden ja anbrechen! 1977 erklärte Schwarzer, die Durchsetzung einer „wirklichen Gleichberechtigung“ läge „in utopischer Ferne“. (1985: S.226). Im Jahr 2000 hieß es dann, das patriachalische Recht sei weitgehend entrümpelt: „Bis auf den § 218 gibt es bis heute kein einziges Frauen diskriminierendes Gesetz mehr im deutschen Recht.“ (2000: S.199)

GLEICHSTELLUNG: Dem SPIEGEL gegenüber erklärte Schwarzer 1974, dass es der Frauenbewe-gung „keinesfalls um Gleichstellung“ ginge. (1985: S.309) In den 90er Jahren dagegen trat sie dafür ein, die abstrakte Gleichheitsbehauptung des Grundgesetzes durch die „tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern“ zu ergänzen. (1997: S.32)

MIGRANTINNEN: In den 80er Jahren protestierte Schwarzer gegen „Fremdenhass“. In den 90er Jahren warnte sie vor der „Attitüde der multikulturellen Toleranz“. Insbesondere die „Neigung der deutschen Intelligentzia zur schwärmerischen Fremdenliebe“ ist ihr suspekt. Denn: „Wir alle sind von der Iranisierung bedroht.“ (1997: S.84) Dabei stützt sie sich u. a. auf „etwas so Handfestes wie den Jahresbericht des Verfassungsschutzes“. (2002: S.351)

HALTUNG ZUM STAAT: 1983 warnte Schwarzer noch vor der angeblichen und insofern „verlogenen Gewaltfreiheit“ des Staates: „Als hätte ausgerechnet dieser Staat die Moral der Gewaltlosigkeit für sich gepachtet!“ (1985: S.110) Als EMMA in den 80er Jahren einen Gesetzentwurf gegen Pornographie vorlegte, erklärte Schwarzer. „Wir rufen mit diesem Gesetz nicht nach dem Staat oder nach den staatsanwaltschaftlichen Bütteln…“ (1988: S.49) Doch in den 90er Jahren hieß es dann: „Der Staat sind wir. Wir können und dürfen uns nicht vor dem Nachdenken und der Verantwortung drücken.“ (1997: S.182) Beruhigend auch: „Die Frauenprogramme aller Parteien, von links bis rechts, lesen sich heute stellenweise wie Forderungskataloge aus Frauenzentren.“ (2000: S.202) Schwarzer hat ihren Frieden mit dem deutschen Staat geschlossen und trägt das Bundesverdienstkreuz.

HALTUNG ZUR POLIZEI: 1983 kritisierte Schwarzer: „Einige Friedensbewegte sind sehr stolz auf ihren Dialog mit der Polizei.“ Klar müsse man mit denen reden, dürfe aber nicht vergessen, dass Polizisten „der verlängerte, missbrauchte Arm der Staatsgewalt sind.“ „Aber: Kungelgespräche mit den Polizeistrategen, wie sie Teile der Friedensbewegung… geführt haben, Geheimtreffen, in denen koordiniert wird, wer was wann tut – die sind etwas ganz anderes. Die sind Verrat… Sich mit dem Gegner absprechen und sich vom Nachbarn distanzieren: das ist das Ende. Seien wir weder Lämmer noch Märtyrer noch Denunzianten!“ (1985: S.112) Auch diese klare Sprache gehört der Vergangenheit an. Mittlerweile sind die Gegner von gestern zu den Bündnispartnern von heute geworden. Alice Schwarzer wurde zur staatstragenden Polizeifeministin, die ihr Renommee als engagierte Feministin von einst dazu missbraucht, diesen Wandel zu verdecken.


Alice Schwarzer als Polizeifeministin: „Prostitution ist ein Verbrechen“

Frau Schwarzer war stets Prostitutionsgegnerin und vermarktete dies als Konsequenz eines feministischen Standpunkts. In Wirklichkeit ist es Ausdruck eines Einverständnisses mit den herrschenden gesellschaftlichen Normen und gegen ihr eigenes Geschlecht als Frau.

Prostitution trennt Sexualität und Liebe. Das unterscheidet sie von der gesellschaftlichen Norm, die die „Einheit von Sexualität und Liebe“ in Ehe und Familie verwirklicht sehen will. Schwarzer weiß, dass die Frau „Liebe und Sexualität nicht so leicht trennen konnte wie der Mann.“ (1997: S.202) Frauen „sind zu der perversen Trennung von körperlicher und seelischer Kommunikation, die die Männergesellschaft laufend praktiziert, offensichtlich nicht bereit“, (1975: S.256) so Schwarzer. Doch was vor dem Hinter-grund eines Liebesversprechens als kränkende Demütigung erscheinen kann, ist doch keineswegs so zu bewerten, wenn - wie im Falle der Prostitution - ein solches Versprechen nicht besteht. Doch für Schwarzer gilt: „Sexualität ist für die Mehrheit der Frauen quasi unlösbar mit Liebe verknüpft.“ (2000: S.70) Glaubt Schwarzer etwa doch, dass man als Frau geboren, und nicht zur Frau gemacht wird? „Die Frauen von heute erwarten auch in der Sexualität ein ganzheitliches Interesse an ihrer Person und eine umfassende Erotik, den Blick in Ausschnitt und Seele.“ (2000: S.47) Prostitution befriedigt dieses ganzheitliche Interesse nicht, weshalb Schwarzer glaubt, sie ablehnen und bekämpfen zu müssen.

Das ist in hohem Maße lächerlich: Schwarzer agiert wie jemand, der nicht schwindelfrei ist und deshalb glaubt, der Beruf des Dachdeckers oder des Fensterputzers verstoße gegen die Menschen-würde und gehöre abgeschafft. In solch simpler Logik erschöpft sich die Anti-Prostitutions-Position von Frau Schwarzer. Der Rest sind christliche Tradition und auf Prostitution projizierte Gewaltfantasien.

Seit den Debatten um das Prostitutionsgesetz und nach dessen Inkrafttreten 2002 hetzen Schwarzer und EMMA immer hemmungsloser gegen Prostitution. Man versucht, Prostituierten und ihren Kunden strafrechtlich das Handwerk zu legen. Die Leitlinie lautet: „Prostitution ist nicht mehr chic, sondern ein Verbrechen.“ (EMMA, Jan/Febr. 08)

Und für das Verbrechen ist selbstverständlich die Polizei zuständig. Schwarzer behauptet dass die zumeist ausländischen Frauen Opfer von Frauenhandel seien und sich bei Problemen nur in Aus-nahmefällen selbst melden. „Meist werden sie durch Razzien entdeckt“ (2000: S.141) Das ist nachweis-lich die Unwahrheit (siehe auch „Lügen, Märchen, Vorurteile“), leitet aber zum eigentlichen Ansinnen über: „Die speziell zuständigen Dezernate bei Polizei und Justiz arbeiten rund um die Uhr, sind aber viel zu wenige.“ Deshalb schlussfolgert die Polizeifeministin: „Sie brauchen mehr Geld.“ (2000: S.141)

Feministinnen tragen bekanntlich den Wünschen und Hoffnungen von Frauen Rechnung. Und was erhoffen sich die in der Prostitution tätigen Frauen? „Die einzige Hoffnung dieser Frauen ist eine Polizei-Razzia“ - so zitiert EMMA (Mai/Juni 2003, S.52) die Leiterin einer Herforder Beratungsstelle für Prostituierte. Diese ist in der Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe. Und bekanntlich wussten die Kirchen-Christen ja schon immer am besten, was Prostituierte sich wünschen. Also schlussfolgert EMMA: „Darum muss die Polizei zu den Opfern gehen. Dazu muss sie aber die Möglichkeit zur Über-wachung verdächtiger Personen und Kontrolle verdächtiger Orte haben.“ (EMMA, Sept./Okt 2004)

Worauf die Forderungen der Polizeifeministen nach mehr Überwachung und Kontrolle abzielen, ver-deutlicht EMMA an einem Beispiel: „Als vor einiger Zeit ein Sondereinsatzkommando zwei Bordelle in Hannover stürmte, wurden die nur beiden Betreiber verhaftet.“ Für die Polizeifeministen von EMMA eindeutig zu wenig. Denn: „’Die Freier dürfen schnell gehen’, beobachtet dpa: ‚Mit verschämten Blicken schleichen sie sich an den Absperrungen vorbei.’“ (EMMA Mai/Juni 2003, S. 53) Damit das in Zukunft anders wird, fordern Schwarzer & EMMA die strafrechtliche Kriminalisierung der Prostitutionskunden. Am besten so wie in Schweden. Deshalb unterstützen sie entsprechende Gesetzesverschärfungen von CDU und CSU.

Doch die Zugriffsmöglichkeiten mittels Razzien seien seit der Legalisierung der Prostitution 2002 erschwert worden, beschweren sich Polizisten laut EMMA (Mai/Juni 2004). Was also fordert Frau Schwarzer? „Die Polizei (müsste) wieder mehr Möglichkeiten bekommen, das Milieu zu kontrollieren - um die oft sprachlosen und hilflosen Frauen überhaupt aufzuspüren.“ Weil die Polizisten „keine (!) Kontrollmöglichkeiten mehr haben“ fordert Schwarzer „mehr Mittel für die Polizei an der Front“. (SPIEGEL online, 31.10.2007) Wie begründet die Polizeifeministin ihre Empathie mit der gebeutelten und unterdrückten Polizei? Prostituierte „durchschauen manchmal selber ihre Abhängigkeit nicht, ganz wie geschlagene Ehefrauen.“ Sie hätten bedauerlicherweise „kein Opferempfinden“. (Schwarzer in SPIEGEL online) Wirklich dumme Weiber - diese Prostituierten! Aber Gott und Polizei sei dank - die Feministinnen werden für ihre Befreiung sorgen. Und wenn’s sein muss mit Gewalt.

Da die Frauen entscheidungsunfähige Opfer sind und die Legalisierung der Prostitution die Polizei aber nur an der Befreiung der Opfer hindert, müsse „die Reform von 2002 dringend rückgängig gemacht werden.“ (EMMA Jan/Febr. 2007) Hat das Gesetz doch „Nachteile für die Prostituierte“ gebracht: nämlich die „eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten der Polizei zur Befreiung der Menschen-handelsopfer“. (EMMA Jan/Febr. 2008) Und den Prostituierten - die Frau Schwarzer in ihrer grenzen-losen Bescheidenheit ohnehin für dumm und dämlich erklärt - meint sie mit einer weiteren Versicher-ung verschaukeln zu können: „Die Polizei hat selbst kaum Interesse daran, den Prostituierten das Leben schwer zu machen.“ (EMMA 2007, Dossier Prostitution) Man mag vom Prostitutionsgesetz halten, was man will, aber Schwarzers Kritik daran wendet sich energisch gegen Rechte für Prostituierte. Sie fordert daher die alte Entrechtung zurück in Gestalt einer Kriminalisierung der „Förderung von Prostitution“. (EMMA 2007, Dossier Prostitution)

Zitierte Schwarzer-Schriften: 1975: Der kleine Unterschied; 1985: Mit Leidenschaft; 1988: EMMA-Sonderband PorNo; 1994: PorNo; 1997: So sehe ich das; 2000: Der große Unterschied; 2000: Man wird nicht als Frau geboren; 2002: Alice im Männerland; 2007: Die Antwort;

Dem rechtskonservativen Polizeifeminismus von Frau Schwarzer treten wir entgegen und fordern:

- Schluss mit der primitiven und rassistischen Hetze gegen Prostituierte!

- Keine Kriminalisierung von Prostitution - Rechte statt Razzien!

- Keine Kriminalisierung von Prostitutionskunden!

- Keine Prämierung des feministischen Lumpenjournalismus von Alice Schwarzer!

- Volle Legalisierung: Anerkennung von Prostitution als Beruf!

http://www.donacarmen.de/?p=240

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15. Bezirk: Der Mariahilfer Gürtel und andere Barrieren

In Rudolfsheim-Fünfhaus ist der Konflikt zu Hause - Der neue Bezirksvorsteher will die Hot-Spots entschärfen. Der 15 Bezirk hat mit 31, 8 Prozent den höchsten Ausländeranteil und ist gleichzeitig der einkommensschwächste Bezirk in Wien. Das durchschnittliche lohnsteuerpflichtigen Jahreseinkommen beträgt im Bezirk 15.376 Euro netto. Im Wien-Schnitt sind es 18.948 Euro.

Das birgt Konfliktpotenzial, das die Freheitlichen bei der Gemeinderatswahl 2005 überraschenderweise nicht nutzen konnten. Im 15. Bezirk sind sie nur drittstärkste Partei. Bezirksvorsteher Zatlokal findet zudem, dass die Konflikte zum Teil “herbeigeredet” würden. “Im Bezirk werden 40 verschiedene Sprachen gesprochen. Das sagt einiges über die Vielfalt hier aus”. Vor Problemen will er die Augen aber nicht verschließen.

Zu Amtsantritt kündigte er deswegen an, am Westbahnhof verstärkt Sozialarbeiter einzusetzen. “Prostitution ist immer wieder ein Thema, das wir mit der Polizei bekämpfen. Das allein ist aber nicht zielführend”, sagte er. Der Bezirk werde mit dem Verein Sophie zusammenarbeiten, der sich um Sexarbeiterinnen kümmert. “Das Problem wird der Bezirk alleine aber nicht lösen können”, sagte der 48-jährige SP-Politiker.

Wo Sozialarbeiter bereits im Einsatz sind, ist das Haus in der Johnstraße 45, besser bekannt als das “Punk-Haus”. 30 junge Erwachsene zogen im Dezember 2007 von der Mariahilfer Straße weg und in das desolate Haus ein. Anfangs wehrten sich außer den Grünen alle Parteien gegen die neuen Nachbarn. Es seien Schulen in der Nähe und der Bezirk brauche nicht noch mehr Probleme, als er es mit Drogenkriminalität und Prostitution ohnehin schon hätte. Doch man musste sich arrangieren, denn der Fonds Soziales Wien (FSW) kaufte das Gebäude für die Punks. Im April soll es einen Runden Tisch mit den Anrainern, Schuldirektoren und den Hausbewohnern geben, um sich auszusprechen.

Hoffnung Westbahnhof

Dem neuen Westbahnhof können sowohl SP als auch Grüne und FP Positives abgewinnen, erhoffen sie sich doch alle eine Aufwertung für den Bezirk. “Es gibt so viele Grätzel die brach liegen”, sagt Birgit Hebein von den Grünen. “Hinter dem Westbahnhof gibt es nichts.” Ihrer Meinung ist auch Dietbert Kowarik, FP-Bezirksparteiobmann in Rudolfsheim-Fünfhaus.

“Der hintere Bereich des Westbahnhofs wird ein ganz neues Aussehen haben”, verspricht Zatlokal. Ein Studentenheim, Wohnungen und Büros sollen zwischen 2015 und 2020 bezugsbereit sein. “Der Bedarf ist groß. Wohnungen im 15. könnte man derzeit doppelt verkaufen”, sagt Zatlokal. Durch das Einkaufszentrum, das am Westbahnhof entstehen soll, sollen die Menschen aber schon früher in den 15. gelockt werden. Zatlokal: “Die Barrierewirkung des Gürtels ist noch zu groß.” (Marijana Miljkovic, DER STANDARD - Printausgabe, 21. März 2008)

http://derstandard.at/?url=/?id=3273511

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Susi und Miriam, Erotikstudio Hauffgasse 14 - 1110 Wien

Wieder einmal war es so weit. Wir (zwei ModeratorInnen von sexworker.at) wurden von 2 jungen Damen aus dem EROTIKSTUDIO in der HAUFFGASSE Nr. 14 in 1110 Wien eingeladen das Studio, in dem sie ihre erotischen Dienste anbieten, zu besichtigen und über die Wünsche (aber auch Sorgen) von SexarbeiterInnen in Wien zu plaudern.

Miriam - Erotikstudio Haufgasse 14 - 1110 WienSusi - Erotikstudio Haufgasse 14 - 1100 Wien

Nun, das Studio in der Hauffgasse war schnell gefunden - die Klingel gedrückt - und zugleich angenehm überrascht. Die beiden jungen Damen - Susi und Miriam - sind noch hübscher, als es die Bilder auf der Webseite versprochen haben. Wir wurden, nach einer kurzen Führung durch das Studio, eingeladen in dem großen Empfangsraum des Etablissements Platz zu nehmen. Aus dem geplanten Gespräch über ein paar Minuten wurde dann doch ein sehr Anregendes aber auch Informatives über fast 2 Stunden. Wieder einmal wurde es uns bewusst gemacht, wo die Wünsche der SexarbeiterInnen speziell in Wien liegen. Nicht falsch verstehen! Die beiden jungen Damen fühlen sich wohl in dem Studio, in dem sie arbeiten - es gibt darüber keinen Grund zur Klage.

Es ist eher der Wunsch nach Anerkennung des Berufsstandes, den sie als “wünschenswert empfinden” - die Beseitigung diese Doppelmoral, der sie sich manchmal ausgesetzt sehen. Es wurden aber auch sehr viele positive Aspekte genannt - Stammgäste, die einem doch zeigen, wie sehr man geschätzt wird, die doch zufriedenstellende Geschäftssituation (das Studio erscheint mir persönlich gut besucht - unser Gespräch wurde mehrfach von Telefonaten mit der Bitte um Terminabsprache und auch verfrühten Besuchern unterbrochen). Bei Susi und auch bei Miriam ist sichtlich auch viel Freude mit ihrer Tätigkeit verbunden - ein Umstand, den ich persönlich in manch anderen Studios, die ich bisher besucht habe vermisste.

Nun, was bleibt abschließend zu sagen: Nur Positives - in dem Erotikstudio in der Hauffgasse geht es den dort arbeitenden Sexarbeiterinnen gut - das Studio selbst ist geräumig - es ist auch eine “Kammer” für strengere Spiele vorhanden. Das Betriebsklima scheint mir hervorragend zu sein und auch die Kunden dürften (wahrscheinlich nicht nur) auf Grund des Aussehens der beiden jungen Damen keinen Grund zur Klage haben.

Susi und Miriam: Ich danke Euch für das Gespräch!

Das Studio in dem die beiden jungen Damen Ihre erotischen Dienste anbieten, ist in 1110 Wien, Hauffgasse Nr. 14a zu finden. Eine telefonische Terminabsprache erscheint empfehlenswert: 0676/ 911-60-66. Die Webseite finder Ihr unter http://www.luststudio.at

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Report Frankfurt Rotlichviertel

Frankfurt RotlichviertelIn Frankfurt/M haben wir zwei Rotlichtviertel (Bahnhofsviertel und Breitegasse neben einzelnen Clubs und Bordellen etc.) mit ca. 10 Laufhäusern d.h. ca. 2000 Zimmer/Arbeitsplätze (teilw. Doppelschicht möglich). Juristisch sind das Zimmervermietungen, wo ein Betreiber (Pächter) einen Hotelbetrieb führt und mit den Paragraphen für Prostitution/Zuhälterei nicht zu schaffen hat. Betreiber können auch schon mal Ausländer sein. Die Immobilienbesitzer jedoch sind fast nur Deutsche. Aber die Sexarbeiter sind zu über 80 % nicht Deutsche (Rassismus in der Prostitution). Partner der Sexarbeiter/Zuhälter werden nicht zugelassen, wenn sie beobachtet werden. Sonst gilt: Frauen und Minderjährige haben keinen Zutritt. Alle Flure sind videoüberwacht. Die Zimmer haben Alarmknöpfe an Tür und Bett. Fehlalarme auslösen kostet Strafgeld.

In den Freierforen kann man sich die Zimmerpläne und Qualitätsschwerpunkte der Häuser anschauen. Das sind 5 bis 6 stöckige umgebaute Altbauten aus der Jahrhundertwende, wo die Wohnungen verbunden sind und die Zimmer einzeln vermietet werden für 100 bis 145 Euro/Tag. Erste Miete Vorkasse, dann wird immer Nachts bezahlt. Rechnungsbeleg gibt es nicht überall. Die Mädels (Häuser mit Jungs gibts nicht - House of Boys nur in clandestinen und registrierten Wohnungen) stehen an den Zimmertüren und kobern die Kunden ab/min. 25 Euro/Nummer von 15 Minuten. Stundenpreis ca. 150 Euro kann/muß jedeR selbst aushandeln. Zimmertüren sind aus Stahl (Feuerschutzverordnung) und nur von innen zu öffnen. Alle Zimmer mit Wasseranschluß, nachdem die Stadt den Häusern Bestandsgarantie gegeben hat und die Inhaber in Renovierung und Ausstattung und Fassade investiert haben. Für Bettwäsche sind die Frauen selbst zuständig, obwohl manche Häuser Wäscheservice anbieten und so reicht die Investition in Verbrauchsmaterial seitens der Serviceanbieterinnen manchmal nur für ein Stück Zewa-Papier unter dem Popo und ein Gummi auf dem Penis.

Manche Häuser verlangen neben der Tagesmiete eine Kaution von 300 Euro und haben eine 7tägige Kündigungsfrist. Die Kaution kann angespart werden. Meine australische Kollegin, die hier einen Tag testweise gearbeitet hat, berichtete, daß solche “bonds” in ihrem Land verboten sind. Manche Wirtschafter verlangen eine Endreinigungspauschale von 50 Euro. Manche verlangen Kantinenbenutzung und verbieten Essen von Selbstmitgebrachtem im Zimmer etc.

Ca. 10.000 Männer strichen täglich durch die Häuser und Frauen brauchen keine Werbung zu betreiben. Doch auch hier gibt es Frauen, die ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle fahren (Dominas, TS, Wanderhuren, manche sind 40 Jahre einem Haus treu).

Erste Recherche im Internet und dann einfach vorbeikommen durch die Häuser gehen und mit den Wirtschaftern sprechen und innerhalb einer Stunde ist ein Arbeitsplatz gefunden. Personalausweis wird kopiert. EU-Einwohner dürfen als Selbstständige in der Prostitution arbeiten und müssen sich selbst beim Finanzamt anmelden. Polizei und Sozialarbeiter besuchen die Prostituierten.

Diskutieren könnt Ihr diesen Artikel unter:

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