Informationen für SexarbeiterInnen bzw. Prostituierte

SEXWORKER NEWS

Sexarbeiter Zeitung für den deutschsprachigen Raum - Pressespiegel - Informationen für Prostituierte

Print This Post

EU-Parlament und die Prostitution in Straßburg

Wenn das EU-Parlament tagt, floriert auch die Prostitution in Straßburg. Das Geschäft mit der Lust soll nun eingedämmt werden.

Die Causa ist heikel und gilt im Europäischen Parlament als “unangenehmes Thema”. Am Mittwoch beschäftigen sich hochrangige Abgeordnete, Quästoren genannt, mit einem Brief von 37 skandinavischen Parlamentariern. In diesem Schreiben an den Präsidenten des Parlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), verlangen die Unterzeichner, die Förderung der Prostitution in Straßburg durch die europäischen Volksvertreter einzudämmen.

Dass es das Phänomen gibt, bestätigen Sozialarbeiter. “Wenn die Abgeordneten hier tagen, werden Eskortdamen, Callgirls mit hohem Niveau, bevorzugt”, sagt eine Mitarbeiterin der Straßburger Beratungsstelle für Prostituierte “Le Nid”.

Auch Verkäuferinnen in Apotheken geben einschlägige Auskunft: Während der Tagungswoche des Parlaments beobachten sie einen höheren Absatz des Potenzmittels Viagra. Zurückhaltend geben sich Hotel-Mitarbeiter: Sie wollen damit nicht konfrontiert werden. “Bei uns gibt es keine Nachfrage nach käuflicher Liebe”, sagt der Rezeptionist eines Nobel-Hotels am Telefon und legt den Hörer auf.
Auch der fromme Katholik Pöttering oder so mancher Abgeordneter wollen sich mit dem Protest der skandinavischen Volksvertreter nicht intensiv auseinandersetzen.

“Es geht um die Eigenverantwortung eines jeden Politikers”, sagt ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas. “Abgeordnete sollten wissen, wie man sich verhält”, erklärt SPÖ-Abgeordnete Christa Prets. “Die Sozialdemokratische Fraktion fordert, gegen jede Art von Zwangsprostitution vorzugehen. Wenn aber alles gesetzlich einwandfrei ist, eine Angelegenheit zwischen erwachsenen Menschen, so ist keine rechtliche Handhabe gegeben. Dies gilt auch in Straßburg”, betont Prets.

Nordischer Background

Sie verweist darauf, dass es den skandinavischen Kolleginnen und Kollegen darum geht, Prostitution überhaupt zu verbieten, so wie es in ihren Heimatländern der Fall ist. “Das ist der kulturelle nordische Background.” Die schwedische konservative Abgeordnete Charlotte Cederschiöld und die Liberale Dänin Karin Riss-Jørgenson sowie der Chef der Europäischen Sozialdemokraten, der ehemalige dänische Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen, fordern einen Aktionsplan des Europäischen Parlaments, von Hotels eine Garantie-Erklärung zu verlangen, sozusagen “prostitutionsfrei” zu sein. “Das ist unser nordischer Standard. Unsere Politikerdelegationen wohnen weltweit nur in Hotels, die so eine Erklärung abgeben, das heißt mit sexueller Dienstleistung nichts zu tun haben”, heißt es im Büro von Riis-Jørgensen.

Garantie-Erklärung

Als Vorbild für Straßburg aber auch Brüssel, wo viele EU-Politiker tätig sind, sollte eine Erklärung des Nordischen Rates, einer grenzüberschreitenden Parlamentarier-Versammlung, aus dem Jahr 2006 gelten. Laut Regelung sollten nordische Politiker nur solche Hotels frequentieren, “die garantieren, dass sie nichts mit sexuellen Geschäften zu tun haben und für Hotel-Angestellte diesbezüglich klare Verhaltensregeln gelten”.
Wie die Quästoren heute entscheiden, ist offen. “Wir werden das Anliegen prüfen”, heißt es in Straßburg. Die Unterzeichner des Briefes drängen jedoch auf rasche Antwort, denn: “Es geht um die Würde des Parlaments.”

http://www.kurier.at/nachrichten/269031.php

mehr über die Gedanken zum Thema Sexarbeit in Europa:

http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=1508

EU EU Parlament International Nachrichten International National Politik
 
 
 
 
 
 

Keine weiteren Posts zum Thema vorhanden.



Bewerte diesen Beitrag:
nicht gutna jagutsehr gutbrilliant (1 votes, average: 5.00 out of 5)
Loading ... Loading ...

gelesen: 3228 · heute: 3 · zuletzt: 25. October 2014

2 Kommentare zu “EU-Parlament und die Prostitution in Straßburg”

  1. Zwerg

    Ein Grund mehr, um auf unsere Sexworker Petition hinzuweisen!

    EU-Parlament und die Prostitution in Straßburg

    http://www.sexworker.at/phpBB2/petition.php
    bzw.
    http://www.sexworker.at/protest

    Unterstützt uns mit Eurer Online Unterschrift!

  2. Zwerg

    Die Sozialdemokratische Fraktion fordert, gegen jede Art von Zwangsprostitution vorzugehen. Wenn aber alles gesetzlich einwandfrei ist, eine Angelegenheit zwischen erwachsenen Menschen, so ist keine rechtliche Handhabe gegeben. Dies gilt auch in Straßburg < - Wir schließen uns vollinhaltlich an diese Aussage von Frau Christa Prets an!

    Wenn 2 Erwachsene im gegenseitigen Einverständnis (ohne dabei 3. zu schädigen) eine sexuelle (Kurzzeit-)Beziehung eingehen, so ist dies deren Sache! Aus welchen Gründen sie es auch immer tun! Hier hat sich Niemand einzumischen! Sexualität ist ein Grundrecht! Für jeden Einzelnen! Hier Jemand seine eigenen Moralvorstellungen vorschreiben zu wollen ist eine unakzeptable Beschränkung der Menschenrechte!

Einen Kommentar schreiben



Print This Post

Projekt: SEXWORKER FORUM • Powered WordPress • Theme: BlogPimpBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS) • sponsor: Gratislink.at Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA - Sitemap.