Hartz-IV-Empfängerin als Hure angezinkt - sechs Monate Haft
CHEMNITZ - Anschwärzer lauern überall, aber damit hatte Andrea W. (46) nicht gerechnet: Ausgerechnet der Ex ihrer besten Freundin hatte die Hartz-IV-Empfängerin bei Ämtern und Polizei als Hure angezinkt. Gestern kam der Fall vors Landgericht.
Mit breitem Grinsen nahm Ingolf K. (48) auf der Anklagebank Platz. Der Vorbestrafte hatte bereits wegen der „falschen Verdächtigung“ seiner Bekannten vom Amtsgericht sechs Monate „Haft-Nachschlag“ kassiert. Gestern, in der Prozess-Neuauflage, fühlte er sich siegessicher: „Ich habe Andrea selbst in Dresden gesehen, aufgedonnert, mit hohen, roten Stiefeln“, behauptete der Autoschlosser. Der Polizei hatte er im Februar 2007 sogar geschrieben, sie habe mit Hostess- und Liebesdiensten ihr Hartz-Geld aufgestockt, um mindestens 1600 Euro pro Monat.
Die Erzgebirgerin geriet daraufhin wegen Sozialversicherungsbetrugs ins Visier der Ermittler - ohne Ergebnis. Dafür bekam ihr Anschwärzer eine Anzeige auf den Tisch. Andrea W. gestern im Zeugenstand: „Keine Ahnung, warum er das gemacht hat. Der ist krank.“ Ingolf K. zum Motiv: „Ich habe ihr Geld für einen Urlaub in Miami geborgt und nie zurückgekriegt.“ Für sein Opfer ist das jedoch „alles Gespinne“. Der Prozess geht weiter.
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