MARIENBORN - Kampfansage an Prostitution
Kampfansage an Prostitution
Verwalter wollen Image der Häuser “Am Sonnigen Hang” verbessern
Die Hausverwalter Werner Diehl und Walter Hensmann zeigen stolz, was sie gemeinsam mit den Wohnungseigentümern in den letzten Jahren in den Häusern “Am Sonnigen Hang” 2-4 und 21-29 verbessert haben. Foto: Sascha Kopp
Vom 15.11.2008
MARIENBORN Eine Anfrage der FDP im Stadtrat, die sich mit der Prostitution “Am Sonnigen Hang” beschäftigte, hat bei den dortigen Hausverwaltungen für Verstimmung gesorgt. Aus Sicht der Verwalter ist die Problematik längst unter Kontrolle, der FDP werfen sie Wahlkampftaktik vor.
Von
Mara Braun
Walter Hensmann, seit Ende der 1990er Jahre Verwalter der Wohnungen “Am Sonnigen Hang 2-4″, kann sich gar nicht beruhigen. “Wir kämpfen und arbeiten hier seit Jahren für ein angenehmes Wohnklima. Die Politik ist entweder untätig, oder wirft uns, wie jetzt, Steine in den Weg”, donnert er.
Grund für Hensmanns Ärger ist eine Anfrage der FDP-Fraktion zur aktuellen Stadtratssitzung, in der die Partei von der Verwaltung unter anderem wissen wollte, wie viele Wohnungen in den beiden Komplexen derzeit zur Prostitution genutzt würden. “Das ist schnell beantwortet”, schimpft er: “In den Häusern 2-4 derzeit keine einzige.” Natürlich habe es in der Vergangenheit Probleme mit Prostitution gegeben, dies sei schon der Fall gewesen, als er die Verwaltung vor gut zehn Jahren übernommen habe.
“Aber gemeinsam mit der Eigentümergemeinschaft wurde in der Anlage anschließend mit eisernen Besen gekehrt.” Seit einem guten Jahr sei der “Virus Prostitution” nun bereits beseitigt. “Die Eigentümer wussten ja zum Teil selbst nicht, was in den Wohnungen passiert”, erzählt er - andere hätten die Verhältnisse billigend in Kauf genommen, “nach dem Motto, Hauptsache die Miete stimmt.”
Die Aufwertung der Anlage sei von Eigentümern und Verwaltung gemeinsam gestemmt worden. “Die Flure wurden saniert, Lichter mit Bewegungsmeldern ausgestattet, Lifte modernisiert, Fahrradräume geschaffen.” Mietern, die mit gewerblicher Nutzung der Wohnung aufgefallen waren, sei gekündigt worden, die Mietergemeinschaft habe nun ein Auge auf die Geschehnisse im Haus.
Seit Werner Diehl Anfang 2007 die Verwaltung der Anlage 21-29 aufgenommen habe, werde auch dort “mit großem Nachdruck aufgeräumt.” Die Zahl der zur Prostitution genutzten Wohnungen sei von knapp 30 in den Jahren 2003/2004 auf heute maximal sechs reduziert worden. “Die Zielsetzung ist klar, hier soll die Null stehen”, erklärt Diehl dazu.
In dem Zusammenhang sei auch der Prozess zu sehen, den Verwaltung und Wohnungseigentümergemeinschaft 2007 gegen eine Eigentümerin geführt hatten, in deren Wohnungen es vermehrt zu Auffälligkeiten gekommen war. “Dieses von uns als Musterprozess angestrebte Verfahren haben wir gewonnen, mit dem erhofften positiven Nebeneffekt, dass es darauf auch in anderen, betroffenen Wohnungen Kündigungen gab”, erklärt Diehl.
Die Entwicklung ihrer Anlagen sehen die Verwalter auf gutem Wege. “Wir arbeiten hier mit Herzblut und persönlichem Einsatz. Das sollte man nicht für den Wahlkampf zunichte machen”, so ihr Appell.
Orignal mit Bild:
http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3517079
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