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Presseaussendung anlässlich der 40. Fachtagung Prostitution

Presseaussendung anlässlich der 40. Fachtagung Prostitution “Sexarbeit ist Arbeit” am 13. - 15. Mai 2009 in Dortmund.  Selbstbestimmt und vernetzt: Verbesserung der Situation von SexarbeiterInnen

„Sexarbeit ist Arbeit“
unter diesem Motto fand vom 13. – 15. Mai 2009 die 40. Fachtagung Prostitution in Dortmund statt.

Anlässlich der 40. Fachtagung Prostitution trafen sich SexarbeiterInnen, MitarbeiterInnen verschiedener Beratungsstellen, die mit Prostituierten zusammen arbeiten, Vertreterinnen der Gesundheitsämter sowie die Vertreterin der Gewerkschaft ver.di und geladene Referentinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Dortmund, um unter dem Motto „Sexarbeit ist Arbeit“ zu tagen und neue Ziele und Inhalte zu formulieren.

Ein nach wie vor aktuelles Thema ist die Ablehnung der Zwangsuntersuchung für Prostituierte in Österreich und der Schweiz. Vor allem den SexarbeiterInnen aus Österreich ist dies ein explizites Anliegen. In Deutschland findet diese diskriminierende Form der Untersuchung nicht mehr statt. Dennoch ist es wichtig, den vorhandenen Status immer wieder zu betonen und weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Umsetzung des Prostitutionsgesetzes im Sinne einer Verbesserung und Akzeptanz von Prostituierten. Darüber hinaus wendet sich die Fachtagung ausdrücklich gegen Bestrebungen, „Freier, die Frauen aufsuchen, die Opfer von Menschenhandel sind“ zu bestrafen. Eine solche Bestrafung ist kontraproduktiv und hätte zur Folge, dass Freier, die bisher bereit waren, mit Polizei und Beratungsstellen zu kooperieren, dies zukünftig nicht mehr tun würden.

Die gewerkschaftliche Unterstützung ist ebenfalls von Bedeutung. Dabei bedauert Emilija Mitrovic, Vertreterin der Gewerkschaft ver.di, „dass sich bislang weder in Österreich noch in der Schweiz Gewerkschaften zur Aufnahme und Vertretung von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern bereit erklärt haben. In Deutschland können sich SexarbeiterInnen sowohl als Angestellte, als auch als Selbständige organisieren und in ihren Arbeitsrechten vertreten lassen.“ Auch die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter selbst entwickelten neue Forderungen, die einerseits das bereits Gesagte unterstreichen, andererseits neue Ziele beinhalten. Sie wünschen sich, „dass der Kondomgebrauch selbstverständlich werden muss, aber durch Maßnahmen der Aufklärung und nicht durch Ermittlungsparagraphen!“ Der Hauptappell aller dort vertretenen SexarbeiterInnen galt unter anderem der steuerrechtlichen Regelung und der Anwendung der Pauschalbesteuerung, die jeglicher rechtlichen Grundlage entbehrt.

Im Rahmen der Fachtagung konstituierte sich die Arbeitsgruppe „Aufsuchende Sozialarbeit auf dem Straßenstrich“, die sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsam Mindeststandards für ihre Arbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu formulieren. Daraus lassen sich letztendlich sozial-politische Forderungen für eine konkrete Verbesserung der Situation von SexarbeiterInnen ableiten.


 
 
 
 
 

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